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| 02:37 Uhr

Zu warm, zu trocken – und Wetter von allem ein bisschen

Elbe-Elster. Natur- und Klimaschützer Dieter Lehmann aus Falkenberg blickt auf das Wetter 2016 zurück. Dabei greift er auf seine Erfahrungen, unter anderem im Naturschutzverein "Elsteraue", zurück. dlh1

Die von vielen Menschen herbei gewünschte "Weiße Weihnacht" gab es wieder nicht nicht. Stattdessen an beiden Feiertagen Plusgrade zwischen acht und zwölf Grad. Es war sehr windig, bis Windstärke acht.

Das Wetter im Dezember war wieder einmal fast durchgängig zu warm. In den wechselnden Wetterphasen kam es unter Hochdruckeinfluss zwar an einigen Tagen zu Nachtfrösten bis minus 4 Grad Celsius, doch die Tageshöchsttemperaturen lagen in meiner Heimatstadt Falkenberg an insgesamt 19 Tagen zwischen 5 und 12° C. Zu nennenswerten Regenfällen kam es nur am 1., 11. und 18. Dezember, sodass die Gesamtniederschlagsmenge im Dezember mit 36 Liter pro Quadratmeter (l/m2) erneut zu gering war.

Obwohl es in der ersten Jahreshälfte in Deutschland ausreichende Niederschläge gab, blieb das Jahr 2016 insgesamt zu trocken. Es fielen nur 93 Prozent der im Jahr üblichen Niederschlagsmenge. Es war damit das sechste zu trockene Jahr in Folge. In Brandenburg fielen prozentual gesehen sogar noch weniger Niederschläge. Aber mit 1735 Stunden war Brandenburg das sonnenscheinreichste Bundesland!

Wettermäßig gesehen war im alles dabei, was der Wettergott so zu bieten hat. Zu Jahresbeginn gab es im Nordosten Deutschlands klirrende Kälte. Sogar Teile der Ostsee waren zugefroren. Am 18. Januar wurde in Oberstdorf, der südlichsten Gemeinde Deutschlands, mit minus 23,5 °C die tiefste Temperatur 2016 gemessen. Es gab verheerende Stürme, etwa am Rosenmontag. Wegen der Sturmwarnungen musste in Düsseldorf der Rosenmontagszug abgesagt werden. Die Eisheiligen machten Mitte Mai ihrem Namen alle Ehre, erst Ende Mai vollzog sich die Wende: Der Frühsommer begann wie in den Tropen. Mit schwülwarmer Luft entluden sich an vielen Orten schwere Gewitter, die enorme Regenmengen mit sich führten.

Juni und Juli waren unbeständig und an vielen Tagen zu kühl. Erst die ab August stabil über Deutschland lagernden Hochdruckgebiete brachten hochsommerliche Temperaturen. Ende des Monats brachte uns eine Hitzewelle ins Schwitzen.

In der Silvesternacht war es in Falkenberg recht kalt - minus 2,1 °C. Eine scherzhafte Wetterregel prophezeit: Gefriert's zu Silvester in Berg und Tal, ist's dieses Jahr das letzte Mal.