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| 15:51 Uhr

Unterricht nur mit Tablet
Papierloses Experiment zeigt viele Chancen

 Schüler der Klasse 9a der Oberschule Herzberg und deren Lehrerin Julia Kratzsch (vor, 2.v.r.) testeten intensiv die jeweiligen Vorzüge von Zeitung und Tablet aus. 
Schüler der Klasse 9a der Oberschule Herzberg und deren Lehrerin Julia Kratzsch (vor, 2.v.r.) testeten intensiv die jeweiligen Vorzüge von Zeitung und Tablet aus.  FOTO: Sven Gückel
Herzberg. Neuntklässler der Oberschule Herzberg testen im Rahmen des Projekts „Zeitung in der Schule“ (ZiSch) das Arbeiten mit Tablets. Von Sven Gückel

Nicht immer führen Revolutionen zum erhofften Ziel. Als Julia Kratzsch, Lehrerin an der Grund- und Oberschule Johannes Clajus in Herzberg, im vergangenen Jahr eine Fortbildungsreise nach Pennsylvania (USA) unternahm, stand für die Teilnehmer auch der Besuch einer „papierlosen Schule“ auf dem Programm. „Alle Lehrer und Schüler hatten lediglich Tablets zum Arbeiten, die ihnen gesponsert wurden“, berichtet die junge Pädagogin. Doch wer bei den Amerikanern einen Sturm der Begeisterung erwartet hatte, sah sich getäuscht. „Dieser Wandel kam vor allem bei einigen Schülern nicht gut an. Sie favorisierten vielmehr die klassische Papierversion“, brachte Kratzsch bei Gesprächen in Erfahrung.

Um so spannender war für die Deutschlehrerin deshalb die Frage, wie ihre Schüler wohl auf einen Unterricht mit ausschließlicher Nutzung moderner Medien reagieren würden. Wieder in Herzberg, nutzte sie daher ein Angebot der Lausitzer Rundschau, dass mit dem ZiSch-Projekt den Schulen bei Interesse zeitweise Tablets und Zeitungen für den Unterricht zur Verfügung stellt. Sechs Wochen lang konnten die Schüler der 9. Klassen sich an den Medien bedienen. „Grundlegend stieß das Angebot auf ein positives Echo“, schätzt Julia Kratzsch ein. So hätten die Jugendlichen auch während des Unterrichts Zeit gehabt, interessengeleitete Artikel zu lesen. Und zugleich die Chance, auf diesem Weg mehr vom Gegenüber zu erfahren.

Dass mit Hilfe moderner Medien bei Bedarf schnell im Internet nach Begrifflichkeiten oder Fakten gesucht werden kann, steht außer Frage. Schwieriger wird es, wenn es um das Hervorheben spezieller Textzeilen geht oder Fingerfertigkeit beim Umgang mit den Tablets fehlen. „Interessant waren die Stunden daher auch durch die entstehenden Diskussionen zu diesen Fragen“, blickt Kratzsch zurück.

Grundlegend, so das Fazit der Schüler und ihrer Lehrerin zum Ende der Probetour, lasse sich mit Tablets, Laptops oder Computern vieles mehr erreichen als beim Agieren mit Papier. Als Beleg hierfür führen sie unter anderem die Ergebnisse ihrer Recherchen im Rahmen der Berufsorientierung an, wofür sie die moderne Technik ebenfalls nutzten.