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| 19:15 Uhr

Wetterrückblick
Ein ziemlich normaler September

 Das Nilganspaar mit seinen drei Jungen am Falkenberger Kiebitz. Werden die Jungen den Winter überleben?
Das Nilganspaar mit seinen drei Jungen am Falkenberger Kiebitz. Werden die Jungen den Winter überleben? FOTO: Dieter Lehmann
Falkenberg. Nach Hitze und Trockenheit gab es eine kleine ornithologische Sensation am Kiebitzufer.

Es war  der letzte Tag im September. Ich saß in meinem Arbeitszimmer und fühlte mich sicher. Denn draußen tobt das Orkantief „Mortimer“ mit Sturmböen bis zur Windstärke 9. Schlechtes Wetter also? Nein, für mich gibt es kein schlechtes Wetter. Sonnenschein ist köstlich, Regen ist erfrischend und Wind fordert heraus. Denn man bedenke: Wind ist nichts anderes als Luft, die es eilig hat.

Im Monat September lag über Deutschland in den ersten drei Wochen überwiegend hoher Luftdruck. Erst im letzten Monatsviertel brachten Tiefdruckgebiete den lang ersehnten Regen. Insgesamt verlief der September normal. Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein wichen nur unwesentlich vom vieljährigen Mittel ab. Das war wie eine Erlösung, nachdem die davor liegenden Sommermonate extreme Hitze und nur wenig Regen gebracht hatten.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) lag im September der Temperaturdurchschnitt um nur 0,6 Grad über dem Wert der Periode von 1981 bis 2010.

Pünktlich zum meteorologischen Herbstbeginn am 1. September drängte die Kaltfront des Tiefs „Egbert“ die vorher über Deutschland liegende Gluthitze nach Osten ab. Lediglich in Berlin, Brandenburg und Sachsen kletterte das Quecksilber in den Thermometern nochmals über 30 °C. So auch bei mir in Falkenberg, wo es am Nachmittag mit 31,7 °C den höchsten Wert erreichte. Die Wassertemperatur im Kiebitzer See hatte mit 25,2 °C einen noch nie gemessenen Höchststand erreicht.

Leider blieb es zunächst weiterhin zu trocken. Der September lag insgesamt mit knapp 65 Litern pro Quadratmeter leicht über dem vieljährigen Durchschnitt von 61 l/m².

Bei mir in Falkenberg lag die Regenmenge mit 32 l/m² weit darunter. Unsere Wälder sehen dementsprechend aus: Zahllose vertrocknete Nadelbäume mit Borkenkäferbefall.

Eine ornithologische Sensation gab es am 8. September auf dem Kiebitzer See. Ein Nilganspaar stand mit drei, nur wenige Tage alten Jungen am Strand des Ostufers. Es wird spannend, ob die Jungvögel den kommenden Winter überleben werden. Die aus Afrika stammenden Nilgänse sind in Deutschland erst seit wenigen Jahrzehnten eingewandert. Doch sie sind leider sehr streitsüchtig und aggressiv gegenüber anderen Wasservogelarten.

 Das Nilganspaar mit seinen drei Jungen am Falkenberger Kiebitz. Werden die Jungen den Winter überleben?
Das Nilganspaar mit seinen drei Jungen am Falkenberger Kiebitz. Werden die Jungen den Winter überleben? FOTO: Dieter Lehmann