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Zahlen, Prozente und Rebellen - Der Wahlkreis 65

Der Wahlkreis: Zum Wahlkreis 65 gehören der Landkreis Elbe-Elster sowie vom Landkreis Oberspreewald-Lausitz die amtsfreien Gemeinden Calau, Großräschen, Lauchhammer, Schipkau, Schwarzheide, Senftenberg, Vetschau/Spreewald, aus dem Amt Altdöbern die Gemeinden Altdöbern, Bronkow, Luckaitztal, Neu-Seeland, Neupetershain, aus dem Amt Ortrand die Gemeinden Frauendorf, Großkmehlen, Kroppen, Lindenau, Ortrand, Tettau, aus dem Amt Ruhland die Gemeinden Grünewald, Guteborn, Hermsdorf, Hohenbocka, Ruhland und Schwarzbach. Wahlberechtigte: Insgesamt etwa 173 000 Bürger sind im Wahlkreis 65 wahlberechtigt. Frank Claus

Zur Bundestagswahl im Jahr 2013 waren es 177 689.

Wahllokale/-helfer/-leiter: Im Wahlkreis gibt es 346 Wahllokale und 26 Briefwahlvorstände. Etwa 2600 Wahlhelfer sind am Sonntag tätig. Kreiswahlleiter ist Dirk Gebhard, ansonsten als Dezernent in der Kreisverwaltung Elbe-Elster tätig.

Entschädigung: Die Wahlvorsteher erhalten 35 Euro, die Beisitzer 25 Euro. Nach landeseinheitlichen Regelungen steht Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes, die an Wahltagen ehrenamtlich eingesetzt werden, ein freier Tag zu. Kuchen und Schnittchen? In der Wahlzentrale in Herzberg gilt das Prinzip Selbstversorgung.

Briefwahl: Auch im Wahlkreis 65 ist die Zahl der Briefwähler gestiegen. Zur Wochenmitte waren bereits mehr als 18 000 Wahlscheine ausgegeben. Zur Wahl 2013 waren es insgesamt 15 340 Briefwähler.

Erste Ergebnisse? Die Zwischenergebnisse im Wahlkreis werden aufgrund der zentralen Erfassung über das Wahlportal des Landes auf der Homepage des Landeswahlleiters veröffentlicht. Erste verlässliche Zwischenergebnisse werden, so der Wahlleiter, nicht vor 20, eher gegen 21 Uhr erwartet.

Zusätzliche Prüfung: In diesem Jahr wird es eine noch intensivere Plausibilitätsprüfung geben, u.a. um gegen mögliche Angriffe auf die Wahl-Software geschützt zu sein. Neben der internetgestützten Erfassung werden Ergebnisse auch per Mail und Fax versandt.

Parteien-Ergebnis in den Vorjahren: Im Wahlkreis 65 lag im Jahr 2009 die Linke (28,0 Prozent) vor der CDU (27,4) und der SPD (22,9). Vier Jahre später schaffte es die CDU mit 39,5 Prozent deutlich vor die Linke (21,7) und die SPD (19,9). Aufhorchen ließ im Jahr 2013 noch ein anderes Ergebnis. Die erstmals angetretene Alternative für Deutschland (AfD) scheiterte als "Partei der Eurokritiker" bei der Bundestagswahl mit 4,7 Prozent nur knapp an der Fünf-Prozent-Marke. Im Wahlkreis 65 hatte sie mit erzielten 5,9 Prozent die Hürde allerdings schon genommen.

Die Direktkandidaten: Aus der Reihe der Bewerber der letzten Wahl ist nur Michael Stübgen (CDU) übrig geblieben. Er sitzt seit der Wiedervereinigung im Bundestag, zog bis 2005 über die Liste ein. Sein jahrelanger Konkurrent Stephan Hilsberg (SPD) hatte bis dahin die Nase vorn. Für die Wahl 2009 ist Hilsberg von seiner Partei nicht mehr nominiert worden. Michael Stübgen gewann 2009 den Wahlkreis zum ersten Mal direkt. Das Ergebnis war denkbar knapp: Michael Stübgen errang 28,9 Prozent der Stimmen. Er lag damit nur hauchdünn vor dem Vordenker der Linken, André Brie (28,3). SPD-Kandidat Thomas Zenker erzielte 26,9 Prozent.

Vier Jahre später setzte sich Michael Stübgen freilich deutlich ab: 40,9 Prozent. Der Linke-Kandidat Mathias Mnich (23,4) und die SPD-Spitzenkandidaten Kerstin Weide (22,5) blieben chancenlos.

Rebellen? Als solche wurden die Einwohner aus Burxdorf bei Bad Liebenwerda berühmt. Weil sie kein eigenes Wahllokal im Ort hatten, drohten sie 2013 mit Wahlboykott. Sie gingen dann aber doch im Nachbarort an die Urne. Und in diesem Jahr dürfen sie ihre Stimmen erstmals wieder im Wahllokal in ihrem Heimatort abgeben.