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| 22:59 Uhr

Herausforderung für die Infrastruktur
Wohnraum für jede Generation

Noch genügend Platz zum Bauen ist im Schönewalder Kernstadtgebiet, zum Beispiel im Wohngebiet Grüner Weg. In manchen Ortsteilen hingegen sind Bauplätze im Innenbereich schon knapp.
Noch genügend Platz zum Bauen ist im Schönewalder Kernstadtgebiet, zum Beispiel im Wohngebiet Grüner Weg. In manchen Ortsteilen hingegen sind Bauplätze im Innenbereich schon knapp. FOTO: LR / Rudow
Schönewalde. Schönewalde bietet genügend Wohnraum an. Nur an altengerechten Wohnungen fehlt es. Die Innenbereichssatzungen für die Ortsteile müssen überarbeitet werden. Von Birgit Rudow

Die Stadt Schönewalde mit ihren 3050 Einwohnern in elf Ortsteilen hat in den vergangenen Jahren den Schwerpunkt ihrer Entwicklung vor allem auf die soziale Infrastruktur gelegt. Die Grundschule ist fast komplett saniert, eine Turnhalle wurde neu gebaut. Der Umbau der Krippe Ahlsdorf ist seit ein paar Tagen abgeschlossen. In der Kita Regenbogen in Schönewalde wurde ebenfalls saniert. Der Neubau der Kita in Dubro ist gerade gestartet. „Wir haben uns als Kommune bewusst dazu entschlossen, diesem Bereich zum Beispiel vor dem Straßenbau Vorrang zu geben“, sagt Schönewaldes Bauamtsleiter Thomas Kräuter. Der Grund dafür ist einfach. Die Stadt will junge Familien halten und im besten Falle auch noch dazu gewinnen.

Zu einer guten sozialen Infrastruktur gehört aber auch ausreichender und vor allem passender Wohnraum. Wie wohnt es sich im Schönewalder Stadtgebiet? Wie sieht es aus mit den Möglichkeiten für den Eigenheimbau?

Einen genauen Überblick über den Wohnraum in der Stadt zu geben, ist schwierig für die Verwaltung, weil sich die meisten Wohnungen und Häuser in Privatbesitz befinden. Die Stadt selbst ist Eigentümerin von 30 Wohnungen. Die meisten sind vermietet. Bei den wenigen leer stehender Wohnungen müsste viel saniert werden. „Damit warten wir aber, bis sich ein Interessent findet“, so Thomas Kräuter. Der Bauamtsleiter freut sich, dass eine junge Familie jetzt ein Haus in Hohenkuhnsdorf, das eigentlich ein städtisches Mitobjekt war, gekauft hat. Was die Stadt  dringend bräuchte, ist altengerechter Wohnraum. „Hier reicht das Angebot bei weitem nicht aus. Ich schätze 30 bis 40 solcher Wohnungen werden benötigt“, so der Bauamtsleiter.

Junge Leute hingegen wünschen sich ihr eigenes Zuhause. In den Ortsteilen gibt es kaum noch leer stehende Häuser. „Der Trend geht wieder aufs Land“, sagt Thomas Kräuter. Für die beiden Wohngebiete Grüner Weg und Birkenhain in der Kernstadt Schönewalde gebe es hingegen kaum Anfragen. „Hier sind noch Bauplätze frei. Aber der Bebauungsplan regelt alles und schränkt so die Möglichkeiten für die Bauwilligen ein. Er müsste dringend überarbeitet werden“, so der Bauamtsleiter.

In den Dörfern hingegen ist mehr Bewegung. „Die jungen Leute kaufen sich alte, frei gewordene Immobilien im Dorf und sanieren sie selbst. Oder sie wollen in ihren Orten neu bauen. Meist spielt die familiäre Bindung eine Rolle“, sagt Kräuter. In einigen Ortsteilen gibt es im Innenbereich, wo Baurecht besteht, aber kaum noch Bauplätze. Die Innenbereichssatzungen für die Orte sind zum Teil noch aus den Jahren 1995 und 1996. Auch sie müssten von der Verwaltung anpasst werden, wie in Jeßnigk oder Grassau. Denn für Eigenheime im Außenbereich gelten besondere Vorschriften und dafür müssen erst Vorhaben bezogene Bebauungspläne erstellt werden. Das ist nicht nur finanziell aufwendig, auch, wenn es dafür mittlerweile ein beschleunigtes Verfahren gibt, so Thomas Kräuter.

Die Stadt veröffentlicht ihre Wohnungsangebote auf ihrer Internetseite und bietet diesen Service auch den privaten Wohnraumanbietern an. Guido van Heerde ist einer der privaten Vermieter in Schönewalde. Im Bestand seiner Firma sind 40 Wohnungen ausschließlich in der Kernstadt. „Die Wohnungen sind alle vermietet. Wir haben keinen Leerstand“, sagt Guido van Heerde. Zwar gebe es immer mal wieder Auszüge, aber die Wohnungen seien schnell wieder vermietet. Gefragt sind weniger große als vor allem kleinere Wohnungen. Gesucht werden sie von Jugendlichen, die in der Region lernen und arbeiten, oder von Bundeswehrangehörigen. Etwa 20 Prozent der Nachfragen bei ihm kämen von Bundeswehrangehörigen, so van Heerde. Eine besonders große Nachfrage nach Häusern sei bei ihm nicht zu verzeichnen, so der Schönewalder Geschäftsmann. Der Drang der Hauptstadt ins Umland ist in Schönewalde oder überhaupt in Elbe-Elster noch nicht angekommen, sagt er.  Der reiche bis Jüterbog, von wo es eine gute Straßen- und Bahnanbindung nach Berlin gebe.

Was Guido van Heerde genauso sieht wie Bauamtsleiter Thomas Kräuter, ist der Bedarf an altengerechten Wohnungen im Schönewalder Stadtgebiet. „Die brauchen wir für die Zukunft“, sagt er und verrät, über ein diesbezügliches Bauvorhaben schon mal nachgedacht zu haben. Mehr aber auch nicht.