Die Gründe, warum sich die Muttis entschieden haben, nach Herzberg zu kommen, sind sicher sehr verschieden. Dazu gehören auf jeden Fall die unterschiedlichen Möglichkeiten, das Kind zur Welt zu bringen, von denen sich viele werdende Eltern schon im Vorfeld bei den regelmäßigen Informationsabenden überzeugen. Ob im Wasser, auf dem Gebärhocker oder im Bett – die Auswahl ist groß, und das Personal ist gegenüber den Wünschen der Gäste im Kreißsaal aufgeschlossen. Erklärtes Ziel von Dr. Sibylle Kupsch und den Hebammen ist, der natürlichen Geburt den Weg zu ebnen. Jedes Paar kann vor und auch noch während der Entbindung seine Wünsche äußern. Wenn keine medizinischen Gründe dagegen sprechen, wird denen selbstverständlich entsprochen. Alles, was dabei hilft, dem neuen Erdenbürger ans Licht der Welt zu bringen, ist wil lkommen. Doch nicht immer klappt es mit der natürlichen Geburt. Manmal ist ein Kaiserschnitt nicht zu umgehen. 42 Eingriffe dieser Art wurden im Vorjahr vorgenommen.
Garantiert ist es auch die Rundum-betreuung der Schwangeren, ihrer Angehörigen und später selbstverständlich auch des Nachwuchses, die überzeugt. So nutzen viele Schwangere die Geburtsvorbereitungskurse der freiberuflichen Hebammen, kommen zur Schwangerschaftsgymnastik (die auch im Wasserbecken angeboten wird) oder zu den bereits erwähnten Infoabenden im Krankenhaus.
Doch noch wichtiger erscheinen die Angebote rund um die direkte Betreuung der werdenden Mütter und ihres noch ungeborenen Kindes. Ein neues Hochleistungsultraschallgerät leistet wichtige Dienste in der Diagnostik. Bei der dreidimensionalen Biometrie kann der Gesundheitszustand des Babys bereits im Mutterleib einer eingehenden Prüfung unterzogen werden. Ganz nebenbei fällt dabei ein schönes Foto für das Familienalbum ab. Der Ansturm vor Weihnachten war groß, denn dem Mann oder der Familie solch ein Bild zu schenken, war eine ganz individuelle Überraschung. „Diese Drei-D-Untersuchung, die vorzugsweise in der 24. bis 32. Schwangerschaftswoche vorgenommen wird, erfreut sich zunehmender Beliebheit“ , so Chefärztin Dr. Sibylle Kupsch.
Bereits seit 2003 wird in Herzberg das Erst-Trimester-Screening angeboten; das ist eine Untersuchung, bei der mögliche kindliche Missbildungen, zum Beispiel Herzfehler, Anomalien der Ex tremitäten und Organe oder auch das Downsyndrom, frühzeitig erkannt werden. Zusatzuntersuchungen wie zum Beispiel die des Blutes und des Fruchtwassers komplettieren die Aufklärung. Allerdings machen bisher nur wenige Frauen (20 im Vorjahr) davon Gebrauch. Die Kosten (90 Euro für die Untersuchung) sind zwar selbst zu tragen, zahlen sich aber in jedem Falle aus. Wenn nötig, kann auch noch eine Ultraschallfeindiagnostik in Anspruch genommen werden.
Ein unschätzbarer Vorteil für das Herzberger Krankenhaus ist das ständige Zusammenspiel von Kreißsaal, Entbindungs- und Kinderstation. „Wir sind bei allen operativen Entbindungen, bei Wassergeburten und bei Geburten, wo Komplikationen zu erwarten oder absehbar sind, anwesend“ , so Dr. med. Jürgen Schwarick, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin. Zum größten Teil konnten im Vorjahr behandlungsbedürftige Säuglinge, die zum Beispiel als Frühgeburten oder mit Infektionen zur Welt kamen, durch die Kinderabteilung vor Ort versorgt werden. Es gab aber auch Kinder mit extremer Unreife oder angeborenen, schwerwiegenden Erkrankungen, die direkt aus dem Kreißsaal in ein perinatologisches Zentrum nach Cottbus oder Leipzig verlegt wurden.
Nicht mehr wegzudenken ist die Nachsorge von Mutter und Kind nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. Sie bietet den Frauen Sicherheit in den ersten Wochen nach der Geburt, bei der begonnenen Stilltätigkeit und im Umgang mit dem Säugling. Darüber hinaus wird im Krankenhaus Rückbildungsgymnastik für die Muttis ebenso angeboten wie das Babyschwimmen.

Am Rande notiert Stenogramme aus dem Herzberger Kreißsaal
Recht turbulent ging es bei der Namensvergabe zu. Seltene oder besondere Namen waren bei den Jungen: Pepe, Maglo, Levin, Olme, Luis-Vincent und Marlin Finn. Bei den Mädchen gab es Evalotta, July Mia, Caitlyn, Leila, Finja, Ashley und Cheara. Besonders beliebt waren Leon, Florian, Jannik und Justin sowie auch Lara, Celina, Hanna, Leonie und Laura. Ältere Namen sind wieder angesagt, beispielgebend sind Charlotte, Anna, Emma, Elisabeth sowie Emil, Kurt und Willi.

Die Zahl der geborenen Kinder stieg in den vergangenen beiden Jahren im Herzberger Krankenhaus von 330 auf 385 (davon vier Mal Zwillinge).

Das größte Kind wog 4840 Gramm und war ein Mädchen. Der kleinste Säugling wurde bereits in der 34. Schwangerschaftswoche geboren. Der Junge war 1450 Gramm leicht.

Immer mehr Väter nutzen die Chance, im Kreißsaal dabei zu sein. 2004 waren bereits bei 49 Prozent der Geburten Väter oder nahe Angehörige anwesend.