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| 13:59 Uhr

Bevölkerung wird zunehmend älter
Wo steht Elbe-Elster bei der Pflege?

Prof. Dr. Juliane Eichhorn von der BTU Cottbus/Senftenberg hat eine aktuelle Untersuchung in Städten des Landkreises zum Thema „Wie altersfreundlich ist Ihre Gemeinde?“ vorgestellt.
Prof. Dr. Juliane Eichhorn von der BTU Cottbus/Senftenberg hat eine aktuelle Untersuchung in Städten des Landkreises zum Thema „Wie altersfreundlich ist Ihre Gemeinde?“ vorgestellt. FOTO: LR / Hoffgaard
Elbe-Elster. Netzwerktreffen in Schlieben sensibilisiert für die künftigen Herausforderungen. Mehr als 60 Spezialisten haben daran teilgenommen.

Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt aufgrund der demographischen Entwicklung auch im Elbe-Elster-Kreis rapide an. Laut Kreisverwaltung werden im Jahr 2020 mehr als 5400 Menschen im Kreis pflegebedürftig sein. 20 Jahre später geht man von etwa 7000 Personen aus. Während einerseits das familiär zur Verfügung stehende Pflegepotenzial abnimmt, steht andererseits pflegerisches Fachpersonal adäquat nicht zur Verfügung.

Dem großen Themenkomplex Pflege widmet sich seit Jahren das „Netzwerktreffen Pflege“ im Landkreis Elbe-Elster. Die sechste Veranstaltung fand kürzlich im Drandorfhof in Schlieben statt. Daran teilgenommen haben mehr als 60 Vertreter von Pflegedienstleistern, Seniorenbeiräten, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen sowie Landtagsabgeordnete und Mitglieder des Netzwerkes. Diesmal stand das Treffen unter dem Thema „Pflege im Landkreis Elbe-Elster – wo stehen wir und wo wollen wir hin?“. „Wir möchten einerseits für die künftigen Herausforderungen sensibilisieren. Andererseits wollen wir gemeinsam nach Lösungen und Wegen suchen, um Aufgaben, Probleme und Wünsche angemessen berücksichtigen zu können“, sagte Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU).

Nach Einschätzung der Verwaltung hat der Landkreis die Herausforderungen rund um das Thema Pflege angenommen und setzt sich immer stärker mit dieser Problematik auseinander. Dabei geht es um die zukunftsfähige Sicherstellung der Pflege in Elbe-Elster. „Ein Ergebnis daraus sind umfassende Beratungsangebote, die bei uns im Landkreis inzwischen etabliert wurden. Ein anderes wichtiges Feld sind funktionierende Netzwerkstrukturen. Diese sollen künftig noch weiter ausgebaut werden und so den ganzen Landkreis flächendeckend umfassen. Nur so können Problemfelder rechtzeitig erkannt und Lösungen entsprechend angegangen werden“, betonte der Landrat.

Bei dem Netzwerktreffen gaben Landtagsabgeordnete, Vertreter des Fachministeriums in Potsdam, des Landkreises, der BTU Cottbus/Senftenberg, der AOK Nordost, der Arbeiterwohlfahrt Brandenburg Süd und von der ProCivitate Pflege und Betreuung gGmbH in Vorträgen und Diskussionsbeiträgen unter anderem Informationen über die Entwicklung der Pflegesituation im ambulanten und stationären Bereich im Landkreis. Die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg zum Beispiel untersucht derzeit im Rahmen eines gemeinsamen Projektes der Verbände der Pflegekassen im Land Brandenburg und des Landkreises Elbe-Elster mit ihrem Fachbereich Pflegewissenschaft und klinische Pflege per Bevölkerungsbefragung, wie altersfreundlich Gemeinden sind. An dem Projekt beteiligen sich derzeit die Städte Falkenberg, Schlieben und Schönewalde sowie demnächst auch Herzberg. Mit Hilfe der Daten soll dann an Strategien zur nachhaltigen Entwicklung von altersfreundlichen ländlichen Gemeinden gearbeitet werden. Dabei geht es vor allem darum, Versorgungslücken zu schließen, die Bedürfnisse und Wünsche älterer Menschen zu erfüllen, die aktive Teilnahme der älteren Generation an der Gemeinschaft zu stärken, Isolation und Einsamkeit entgegen zu wirken sowie die Attraktivität der Gemeinden zu erhöhen, auch für andere Generationen.

Seit 2012 bietet das Netzwerktreffen Pflege in Elbe-Elster eine Plattform zur Diskussion und zum Erfahrungsaustausch. Diese regelmäßigen Zusammenkünfte sollen Informationen vermitteln, vielen Akteuren die Möglichkeit geben, miteinander ins Gespräch zu kommen, Vernetzung befördern und helfen, Kooperationen anzubahnen.

(ru)