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| 02:41 Uhr

Wo Jung und Alt gemeinsam brillieren

Orchester, Kantorei und Schüler bestritten gemeinsam ein sehr anspruchsvolles Konzert.
Orchester, Kantorei und Schüler bestritten gemeinsam ein sehr anspruchsvolles Konzert. FOTO: Dieter Müller/dmu1
Herzberg. Die Herzberger Kantorei und die Musikkurse des Herzberger Gymnasiums – diese Verknüpfung schreibt Erfolgsgeschichten, und das schon seit Jahrzehnten. Wieder bestes Beispiel dafür war am Sonntag das Konzert für Chöre und Orchester in der Herzberger Stadtkirche. Birgit Rudow

"Selbst über Facebook haben wir viel Lob für ein solches Konzertprogramm erhalten", freut sich Kantor Gerhard Noetzel. Das Streichorchester, bestehend aus Studenten, die Kantorei und die Musikkurse der 10. und 11. Klassen des Gymnasiums stellten das Konzert unter das große Thema "Frieden".

So spielte das Orchester unter Leitung von Gerhard Noetzel Griegs Suite "Aus Holbers Zeit". Gemeinsam sangen Schüler und Kantorei Felix Mendelssohn Bartholdys Hymne "Hör mein Bitten" und die Choralkantate "Verleih uns Frieden". Mit Bon Chilotts "Peace Mass" gaben die Musikkurse dem Konzert auch einen modernen Charakter. "Bei diesem Thema können alle zusammenkommen, selbst junge Leute, die mit Kirche nichts am Hut haben", so Gerhard Noetzel.

Auch im zu Ende gehenden Schuljahr hat die Zusammenarbeit wieder gut funktioniert. "Das ist eine tolle Teamarbeit. Sie steht und fällt mit dem Engagement von Musiklehrerin Daniela Uhlig, auf die ich mich hundertprozentig verlassen kann", sagt der Kantor. Von der Kooperation profitieren alle: die Kantorei, die Schüler und natürlich auch die Musikfreunde auf den Zuhörerbänken. Die Kantorei kann bei Konzerten mit jungen Stimmen arbeiten, auch wenn ihr der Nachwuchs fehlt. Die Hemmschwelle, in einer so eingeschworenen Gemeinschaft mitzumachen, sei sehr hoch, schätzt der Kantor ein. Für die Jugendlichen der Musikkurse sind dank der Kantorei große Auftritte möglich. Sie profitieren durch "learning bei doing" und müssen den theoretischen Stoff nicht büffeln. Sie bekommen ihn beim Einstudieren der Programme quasi nebenbei mit. "Das ist ein super Effekt", sagt Gerhard Noetzel. "Wenn sie das Abi machen, können sie auch singen."

Doch dann verlassen sie die Schule und das Projekt. "Das ist immer wieder schade. Aber diese jungen Leute haben Freude am Singen. Das ist wichtig und heute leider selten. Aber es ist auch spannend, wenn immer wieder neue Schüler hinzukommen", meint der Kantor. Das Weihnachtsoratorium, das Sommerkonzert und das Abschlusskonzert der Musikkurse sind die jährlichen Höhepunkte für die Jugendlichen.

Ob es im kommenden Jahr ein Sommerkonzert geben wird, ist fraglich. Kultur sei schön, mache aber viel Arbeit und sei teuer, meint Noetzel. Trotz Unterstützung von Landkreis, Sparkasse und Kirchenkreis sowie 14 Euro Eintritt sei das Konzert am Sonntag ein Minusgeschäft gewesen. Ein paar mehr zahlende Zuhörer hätten sich die Beteiligten schon gewünscht. "Es waren einfach zu viele Veranstaltungen im Kreis am Wochenende. Wir kommen von dem Konzerttermin vor den Sommerferien aber nicht weg", so der Kantor.