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| 12:16 Uhr

Ausbildungsmesse
Firmen werben um junge Leute

Viele Gespräche der Anbieter von Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten mit dem potenziellen Fachkräftenachwuchs gab es in Schlieben.
Viele Gespräche der Anbieter von Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten mit dem potenziellen Fachkräftenachwuchs gab es in Schlieben. FOTO: Rico Meißner
Schlieben. Fachkräftenachwuchs wird beim Tag der Ausbildung in Schlieben stark nachgefragt.

Eigentlich ist es für beide Seiten ein Gewinn. Regionale Unternehmen gewinnen Auszubildende und somit Fachkräftenachwuchs. Die jungen Menschen erhalten so die Gelegenheit, eine Arbeitsstelle nicht weit von Familie und Freunden finden zu können. Auch oder gerade deshalb sind Veranstaltungen wie der nunmehr 10. Tag der Ausbildung am Sonnabend an der Grund- und Oberschule „Ernst Legal“ so wichtig.

24 Betriebe und Behörden, weitgehend aus der näheren Umgebung, hatten ihre Stände aufgebaut und warben um das Interesse der Jugendlichen. Bereits kurz nach Beginn zeichnete sich eine hohe Resonanz ab, der Messeraum war gut gefüllt.

„Wir haben Firmen, die schon Jahre dabei sind, aber auch vier Neuzugänge in diesem Jahr“, sagt Anke Lindner, Verantwortliche für den Schulbereich. Bereits im Vorfeld habe man die Schüler nach ihren Berufsvorstellungen gefragt und die Messe auch ein wenig danach ausgerichtet. „Es gibt auffallendes Interesse an Landwirtschaft und Handwerk“, so Anke Lindner weiter.

Das bestätigt auch Martina Finkel von AGRARaktiv: „Wir haben eine gute Nachfrage an Bewerbern. Man darf aber auch nicht vergessen, dass die Anforderungen an die schulischen Leistungen hoch sind.“ Ähnlich sieht das auch Ingo Shwanski, Geschäftsstellenleiter bei der Sparkasse Elbe-Elster: „Natürlich hätten wir gern mehr Bewerber, denn in den vergangenen Jahren gab es einen deutlichen Rückgang. Insgesamt gibt es aber keine Probleme. Auf alle Fälle sind die schulischen Leistungen gerade in Mathe, Deutsch und wenn möglich Wirtschaft wichtig.“

Dass es mit der Nachfrage auch schlecht aussehen kann, weiß Dachdeckermeister Thomas Fuhlbrück nur zu gut. Er ist erstmals dabei. „Ich suche schon seit Jahren und finde einfach niemanden, der sich für das Handwerk begeistern kann“, bedauert er. Auf diesem Weg hofft er nun, Jugendliche zu interessieren.

Bei den jungen Besuchern herrscht oft bereits eine feste Vorstellung von ihrer Zukunft. „Auf alle Fälle soll es etwas mit Praxis zu tun haben. Ich möchte nicht den ganzen Tag im Büro sitzen“, sagt beispielsweise der 16-jährige Marcel Holz. „Ich suche nach einer Arbeit, die mir Spaß macht. Aber auch das Gehalt ist mir dabei wichtig.“ Hätte er die Wahl, die Heimatregion im gleichen Beruf für mehr Geld verlassen zu müssen, er würde diese Variante wählen.

Lina Wache wird demnächst ihr Abitur machen. Danach möchte sie Grundschullehrerin auf Lehramt studieren. Nach dem Studium in den Landkreis Elbe-Elster zurückzukehren und hier zu arbeiten, dies kann sie sich gut vorstellen. „Das wäre schön“, blickt sie voraus.

Alice Giesel, die neben ihr steht, sieht es etwas anders: „Ich bleibe lieber hier und mache eine Ausbildung.“ Die Fünfzehnjährige möchte Erzieherin werden.

Der gleichaltrige Hendrik Kluge will nach dem Fachabitur ein duales Studium bei Porsche in Leipzig beginnen. Welches genau, weiß er noch nicht. Aber auch für ihn ist das Gehalt ein ausschlaggebender Faktor.

Für Torsten Wagner von der BASF in Schwarzheide sind solche Messen wie in Schlieben wichtig: „Wir erhöhen die Anzahl unserer Auszubildenden in diesem Jahr deutlich.“ Das Unternehmen müsse sich deshalb verstärkt präsentieren und um den Nachwuchs werben. „Ohne Marketing würde es allerdings  nicht so funktionieren“, sagt er.