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| 02:45 Uhr

Wirksam gegen Speiseröhrenkrebs

Prof. Dr. Roland Reinehr setzt die Radiofrequenzablation in der Endoskopie ein.
Prof. Dr. Roland Reinehr setzt die Radiofrequenzablation in der Endoskopie ein. FOTO: EE-Klinikum / Veit Rösler
Herzberg. Erstmals in Brandenburg ist jetzt im Elbe-Elster-Klinikum Speiseröhrenkrebs bereits in seiner Vorstufe erfolgreich behandelt worden. Nicht einmal dreißig Minuten dauerte der Eingriff bei bisher zwei Patienten. Weitere zwei sollen im März folgen. Gabi Böttcher / Quelle: Klinikum Elbe-Elster

Der ärztliche Direktor des Klinikums und Chefarzt in Herzberg, Prof. Dr. Roland Reinehr, setzt damit seinen Weg fort, den Patienten in Elbe-Elster innovative Behandlungsmethoden zugänglich zu machen. Aus Sicht des Patienten besticht die angewandte Methode der Radiofrequenzablation (RFA) durch hohe Wirksamkeit und Behandlungskomfort. Das Problem, sprich ein sich möglicherweise entwickelnder Speiseröhrenkrebs, wird bereits in seiner Vorstufe bekämpft. Unter sogenanntem Sodbrennen (Refluxerkrankung) leidende Menschen können in der Folge an Entzündungen der oberen Schleimhautschicht erkranken. In dieser Schicht befinden sich die Vorläuferzellen eines Krebses. Um deren Entwicklung gar nicht erst zuzulassen, greift Prof. Reinehr endoskopisch auf dem Wege einer Magenspiegelung ein. Die oberste Schleimhautschicht mit den Vorläuferzellen des Krebses wird mithilfe der Radiofrequenzablation verödet. "Bei dieser Methode werden Tumore durch lokale Hitzeanwendung zerstört", erklärt Prof. Reinehr. Das geschehe auf dem sicheren Wege der interventionellen Endoskopie, das heißt eines gezielten Eingriffs am erkrankten Gewebe. Anstelle einer offenen Operation erfolgt der Eingriff durch das Einführen eines Drähtchens als Transportmittel für Hochfrequenzstrom, der wiederum für die notwendige Wärmeentwicklung zum Zerstören des Tumorgewebes sorgt.

Im Frühjahr vorigen Jahres hatte der von der Universitätsklinik Düsseldorf nach Herzberg gekommene Spezialist das Elbe-Elster-Klinikum bereits mit der erfolgreichen Behandlung eines Gallengang-Tumors auf dem Wege der Radiofrequenzablation in die Schlagzeilen gebracht.

Mit der Anwendung dieser Methode zur Behandlung des Speiseröhrenkrebses ist man nach eigenen Angaben ebenfalls die erste Klinik in Brandenburg.

"Mit der Verödung, anschließenden Abschabung und erneuten Verödung der Zellen ist alles sicher behandelt", erklärt der Chefarzt. Alternative bei auftretendem Sodbrennen sei ein lebenslanges Einnehmen von Tabletten, ständige Überwachungen mittels Endoskopie und schließlich, wenn doch ein Karzinom nachgewiesen werde, die Speiseröhren-Operation.

Die für den Patienten vergleichsweise elegante und schmerzfreie Methode ohne Narkose und Operation verlangt selbstverständlich den ausgewiesenen Fachmann und dessen eingespieltes Team. Prof. Reinehr, der am Klinikum Elbe-Elster seiner Überzeugung folgt, den Charme kleiner Häuser mit höchster medizinischer Behandlungsqualität verbinden zu können, ist dennoch bescheiden: "Das ist alles kein Hexenwerk. Man muss sich nur trauen, neue Wege zu gehen."

Klinikum-Geschäftsführer Michael Neugebauer ist stolz darauf, neben nur zwei ausgewiesenen Endoskopiezentren im Lande in Düsseldorf und Regensburg und wenigen anderen Krankenhäusern diese Behandlungsmethode anbieten zu können. Die American Gastroenterological Association zähle die Radiofrequenzablation nach neuesten Studien zu einer bevorzugten Therapie. Das Elbe-Elster Klinikum ist nach eigenen Angaben der erste Brandenburger Gesundheitsversorger, der die Radiofrequenzablation in der Endoskopie einsetzt.

Zum Thema:
Bei der Radiofrequenzablation (Ablation: Abtragung) auf endoskopischem Wege werden Tumore durch lokale Hitzeanwendung zerstört. Über eine Ablationssonde wird dabei Hochfrequenzstrom in den Körper geleitet. Es entsteht ein Hitzeherd in einem exakt abgegrenzten Bereich der Ablationssonde. Der rasche Hitze-Rückgang führt zur Abtragung des Tumors ohne Zerstörung umliegenden Gewebes. Prof. Dr. Roland Reinehr, 39-jähriger Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Hepatologie, Medikamentöse Tumortherapie und Intensivmedizin, kam 2012 vom Universitätsklinikum Düsseldorf nach Herzberg und etablierte die Methode erstmals in Brandenburg am Herzberger Krankenhaus des Elbe-Elster Klinikums. Er studierte Medizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Universität Bern und der Mount Sinai School of Medicine, New York, und wurde 2001 mit summa cum laude zum Dr. med. promoviert. Er begann seine ärztliche Laufbahn 2001 als Assistenzarzt an der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, an der er bis 2012, zuletzt als Oberarzt, arbeitete. Quelle: Klinikum Elbe-Elster