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"Wir haben unheimlich viel geschafft"

Medizinische Versorgung: Mit der Eröffnung des Medizinischen Versorgungszentrums im Vorjahr ist in Sachen Grundversorgung viel getan worden .
Medizinische Versorgung: Mit der Eröffnung des Medizinischen Versorgungszentrums im Vorjahr ist in Sachen Grundversorgung viel getan worden . FOTO: Kunze
Falkenberg. Herold Quick, Bürgermeister in Falkenberg, stellt sich am 24. September erneut zur Wahl – als einziger Kandidat in der Stadt. Er zieht Bilanz über die zu Ende gehende Amtszeit und spricht darüber, welche weiteren Aufgaben anstehen. Sylvia Kunze

Lässig, locker lächelt der Mann, der seit 16 Jahren auf dem Bürgermeisterstuhl in Falkenberg sitzt, vom Wahlplakat. Aber ist Kommunalpolitik wirklich so einfach? "Nein, keinesfalls. Da muss man oftmals erst zahlreiche Hindernisse und Widerstände überwinden, um zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen", sagt Herold Quick. Zum Ziel führe selten ein geradliniger Weg. "Dennoch gehe ich gern zur Arbeit", bekräftigt der seit 16 Jahren an der Falkenberger Stadtspitze Stehende.

Und die möchte er noch nicht verlassen. Quick kandidiert erneut. Als Einziger in Falkenberg — und ist gespannt, wie die Wahl am Sonntag in der nächsten Woche ausgehen wird. Gerade erst in den Vorjahren habe er gemeinsam mit den Abgeordneten aufgrund der angespannten städtischen Haushaltslage manche unpopuläre Entscheidung treffen müssen. "Ich weiß nicht, welchen Niederhall das bei der Wahl finden wird", macht sich der Bürgermeister so seine Gedanken.

Fakt ist aber auch, dass er mit Blick auf die zu Ende gehende Amtszeit eine durchweg gute Bilanz ziehen kann. Trotz angespannter Finanzen (die übrigens auf einem sehr guten Kurs der Gesundung sind) ist viel in der Stadt bewegt worden. "Ich habe mal alles in eine Präsentation gepackt, was wir in den vergangenen acht Jahren angefasst haben. Das ist ein abendfüllendes Programm, denn wir haben unheimlich viel geschafft", resümiert Quick und schiebt gleich nach: "Das ist keine Einzelleistung eines Bürgermeisters, sondern eines guten Teams. Dazu zähle ich meine gute Mannschaft im Rathaus ebenso wie die Sachlichkeit, mit der im Stadtparlament Vorhaben besprochen und auf den Weg gebracht werden."

Haken dran heißt es zum Beispiel bei solchen Wahlversprechen von 2009 wie Bauvorhaben im Schul- und Kitabereich, medizinischer Versorgung, Wirtschaftsförderung, Miteinander in der Stadt und serviceorientierter Verwaltung. Noch zu arbeiten bleibt an solchen Vorhaben wie Anbindung der Rothsteinslache an den Bahnhof oder Innenstadtmarketing. Beides sind "Brocken", bei denen Falkenberg längst nicht mehr die Fäden allein in der Hand hält und vom Wohlwollen höher angesiedelter Entscheidungsträger bzw. von der Kaufkraft und dem Kaufverhalten der Menschen abhängig ist. "Aber wir bleiben dran", verspricht das Falkenberger Stadtoberhaupt.

Für die Zukunft sieht Herold Quick folgende Aufgaben: zukunftsorientierte Erweiterung der Grundschule; Sanierung aller Kindertagesstätten in der Stadt; Verbesserung der Internetangebote; Mitgestaltung einer bürgerfreundlichen und leistungsstarken Verwaltung in der Kurstadtregion Elbe-Elster; Weiterführen der guten Zusammenarbeit mit Stadtverordneten, Ortsteilen, Ortsbeiräten und Ortsvorstehern; Fortsetzen der guten Zusammenarbeit mit den Vereinen, den Senioren und allen ortsansässigen Institutionen und Betrieben; Umsetzen des neuen integrierten Stadtentwicklungskonzepts; Sanieren des unteren Bahnhofs und zukunftsorientiertes Weiterentwickeln des Bahnknotens Falkenberg.

Erneut für das Bürgermeisteramt in seiner Stadt zu kandidieren, bedurfte bei ihm keiner Überlegung. "Ich mache den Job gerne, bin seit Jahrzehnten mit der Kommunalpolitik verbandelt und möchte Dinge, die wir hier in Falkenberg gemeinsam angeschoben haben, weiter begleiten", sagt Quick. Dass er als Parteiloser auf der Liste der SPD steht, stellt für ihn keinen Widerspruch dar, sondern sei für ihn nur logisch und konsequent: "Ich bin für eine klare Position und mag keine Rumeierei. Als ich 2001 erstmals als Bürgermeister kandidierte, hatte ich die Rückendeckung der SPD-Ortsgruppe. Sie nominierte mich damals einstimmig, traute mir zu, dass ich eine neue Verwaltung aufbaue und die Ortsteile zusammenführe und unterstützte mich beim Wahlkampf. Ich fände es jetzt nicht in Ordnung zu sagen, der Moor hat seine Schuldigkeit getan. Das hat für mich etwas mit Geradlinigkeit zu tun und nicht seinen Mantel in den Wind zu hängen. Ich bleibe trotzdem parteilos, das wird auch von der SPD so akzeptiert."

Auf einen speziellen Wahlkampf hat der Amtsinhaber verzichtet. Da sind die Plakate, die so manchen Laternenmast im Stadtgebiet schmücken. Außerdem wird in diesen Tagen ein Werbeblatt verteilt, auf dem sich Herold Quick noch einmal allen Falkenbergern kurz vorstellt. "Ich mache seit dem 27. Januar 2002 (dem Tag seines Amtsantritts/Anm.d.Red.) Wahlkampf", verweist er auf stetige Arbeit, die insbesondere darin bestehe, das Ohr an der Masse zu haben und immer zu versuchen, bei Entscheidungen und Veränderungen alle mitzunehmen.