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| 01:36 Uhr

Winterstorch bei Brenitz hat die Kälte überstanden

Winterstorch in Brenitz.Foto: Adolf Weber
Winterstorch in Brenitz.Foto: Adolf Weber FOTO: Adolf Weber
Brenitz. „Ich bin schon da“ könnte ein Storch in Brenitz in den nächsten Tagen den ersten Artgenossen entgegenklappern, die von ihrem Aufenthalt im wärmeren Süden in die Region zurückkehren. Der sogenannte Winterstorch hat im vergangenen Jahr den Abflug verpasst und sich seit September im Raum Großkrausnik und Brenitz aufgehalten. leh



„Er ist wahrscheinlich der erste Storch Brandenburgs, der außerhalb einer Pflegestation überwintert hat. Sein Verhalten lässt vermuten, dass er in einem Horst aufwuchs, bei dem die Störche zugefüttert wurden“, erklärt der Finsterwalder Nabu-Storchenbetreuer Adolf Weber. Die Überwinterung eines Storches stehe deshalb in keinem Zusammenhang mit einer Klimaveränderung, sondern sei eher Ergebnis falsch verstandener Tierliebe.

Die Brenitzer Familien Ittner und Nix haben mit viel Feingefühl den Storch über den Winter gebracht, ohne dass er sich zu sehr an den Menschen gewöhnt, lobt Weber. Inwieweit das gelungen ist, werden die nächsten Monate zeigen. „Bei günstiger Witterung ist er zunehmend selbstständiger und nutzt den Horst“, hat der Storchenbetreuer beobachtet. „Der Naturschutzbund ist der Auffassung, dass der Weißstorch ein wild lebender Vogel bleiben soll. Wir Menschen sollten durch behutsamen Umgang mit der Natur für bessere Lebensbedingungen der Großvögel sorgen“, argumentiert Weber.

Wahrscheinlich ist der Winterstorch 2010 geboren worden und damit noch nicht geschlechtsreif. Er wird den Brenitzer Horst verteidigen und möglicherweise als sogenannter Kampfstorch für Störungen sorgen. Sollte er als noch unfruchtbarer Partner eine Paarbeziehung eingehen, würde es keinen Nachwuchs geben, erklärt Weber.

Die Ankunft der Weißstörche in ihrem Brutgebiet gilt seit Generationen als sicherer Frühlingsbeginn. Dabei bestimmt die Großwetterlage im Vorderen Orient ihre Rückkehr. Als Segler braucht er dort Aufwind und eine Luftströmung, die ihn nach Norden befördert. „2008 erreichten uns zwei Störche bereits im ersten Monatsdrittel des Märzes. 2001 kamen 95 Prozent erst im April“, kann Weber der Statistik entnehmen.

www.nabu-finsterwalde.de