2942 Unfälle hat die Statistik des Schutzbereiches Elbe-Elster für das Jahr 2008 erfasst. Das sind immerhin acht Prozent weniger als im Vorjahr. Als Hauptursache sticht weiterhin Wild aus den Zahlen heraus. 900 Blech- und Personenschäden gehen auf das Konto von Rehen, Wildschweinen und Kollegen. Darunter sind drei Unfälle mit Schwer- und zwei mit Leichtverletzten, wie die Polizei kürzlich mitteilte "Es ist uns nicht gelungen, präventiv auf das Wild einzugehen", übt sich Schutzbereichsleiterin Sabine Taubenek in Ironie. Denn praktisch steht die Polizei dem Problem machtlos gegenüber. Warnschilder und verstärkte Kontrollen führten bisher nicht zu einer Besserung. Deshalb soll nun ein neuer Ansatz verfolgt werden. Das Projekt "3Bein" soll Autofahrer für Wildunfälle sensibilisieren. Ausgangspunkt war ein Artikel in der RUNDSCHAU. Björn Bade von der Entwicklungsgesellschaft Energiepark Lausitz GmbH las dort vom Wildproblem in der Region und erinnerte sich an einen Lösungsansatz aus Niedersachsen. Dort weisen dreibeinige Aufsteller mit dem Hinweis "Wildunfall" auf kürzlich geschehene Unglücke hin. Vorbeikommende Autofahrer werden so nicht durch ein ab-straktes Schild gewarnt, sondern direkt auf einen tatsächlichen Unfall hingewiesen. "Vor allem wenn drei oder mehr 3Beine kurz hintereinander stehen, bringt einen das doch schon zum Nachdenken", glaubt Bade. Polizei und Straßenverkehrsamt zeigten sich von der Idee begeistert. Der Landkreis steuert einige Mittel für die Startfinanzierung bei. Jeweils drei Monate sollen die Aufsteller am Straßenrand verbleiben. Ziel ist, an jedem Unfallort mit einem solchen Zeichen präsent zu sein. Los geht es am 1. April rund um den Bereich Herzberg, wo das Problem der Wildunfälle besonders groß ist. Für die Auswertung des Projektes sorgen Wissenschaftler der TU Dresden. "In Ostdeutschland ist das ein einmaliges Experiment. Ob es etwas bringt, werden wir sehen. Aber wenn wir nur ein Menschenleben durch die 3Beine retten können, wäre das schon ein Erfolg", erklärt Initiator Bade. Seite 16