Noch hat der Fußballplatz keinen Schaden genommen. Roigk hofft, dass das auch so bleibt und das Amt Plessa die Sportler dabei unterstützt.

Seit Mitte April etwa bereiten die Tiere dem Sportverein Probleme. Sie wühlen sich unter dem maroden Zaun auf der hinteren Seite des Geländes durch. Vor allem die Fläche am Denkmal für Turnvater Jahn habe es den Wildschweinen angetan, hat Vereinsvorsitzender Frank Roigk beobachtet. Die sei mit Rindenmulch ausgelegt, was die Tiere offensichtlich anziehe. Schon mehrmals hätten sie diesen Bereich durchackert. Die Spuren sind nicht zu übersehen. Menschen scheinen die Schweine nicht zu scheuen. An der AWG-Seite seien an einem Morgen, etwa gegen 6 Uhr, neun Tiere an der Laufbahn und an der Festwiese gesehen worden, berichtet Frank Roigk.

Noch sei der Fußballplatz unberührt geblieben. Damit das auch so bleibt, hat sich der Vereinschef mit einem Schreiben an Hauptamtsleiter Hans-Joachim Weinhold gewandt. Darin bittet er das Amt um Unterstützung. Seine Vorstellung geht dahin, dass der Bauhof bei der Befestigung des kaputten Zaunes hilft. Aus seiner Sicht müsste dieser mit Erdnägeln oder anderem Material unten so befestigt werden, dass sich die Schweine keinen Zugang mehr verschaffen können.

“Unser Verein kann das nicht leisten„, stellt Frank Roigk klar. Fest stehe aber auch, dass es gar nicht erst zu so schlimmen Zuständen wie in Lauchhammer, wo Wildschweine wiederholt den Fußballplatz umgewühlt und unbespielbar gemacht hatten, kommen dürfe. Mit Unterstützung eines Friseursalons haben die Plessaer Sportler sogar schon Menschenhaare ausgelegt. Außerdem wollte der Verein den zuständigen Jagdpächter beauftragen, doch da die Bejagung innerhalb von Ortschaften eine Sondergenehmigung bedarf, warte dieser auf einen Auftrag seitens des Amtes. Von dem fühlt sich der Verein im Stich gelassen.

Dass in diesem Fall momentan nur ein Jäger etwas ausrichten könne, um die Wildschweine erst einmal zu vertreiben, ist man sich im Amt zumindest einig. Das sagten Amtsleiter Manfred Drews und Hans-Joachim Weinhold auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Eine andere Möglichkeit, um für Abhilfe des Problems zu schaffen, gebe es derzeit nicht, stellte der Hauptamtsleiter klar. Der Aufwand, um für den kaputten Zaun auf einer Länge von etwa 100 Metern Erdnägel oder anderes Befestigungsmaterial zu besorgen, sei unverhältnismäßig hoch. Nachdem die Süd- und Westseite des Areal bereits neu eingezäunt sind, stehe die Nordseite für das nächste Jahr auf dem Programm, so Weinhold.