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Wildschwein-Abschuss: Jäger wollen Hilfe vom Kreis

Herzberg. Hansgeorg Loewe redet nicht um den Brei herum. Im Kreistag hat der LUN-Abgeordnete angefragt, ob der Landkreis den Jägern nicht bei den Gebühren für die Trichinenuntersuchung entgegenkommen könnte. Grund: die Rolle der Jäger bei der Prophylaxe gegen die afrikanische Schweinepest. Birgit Rudow

Hansgeorg Loewe legte im Kreistag dar, was passiert, wenn in Elbe-Elster die afrikanische Schweinepest ausbrechen sollte. Die zieht gerade von Russland über Polen. "Dann müssen wir unsere Schweinebestände eleminieren", sagte er. Eine bedeutende Rolle bei der Seuchenprophylaxe komme den Jägern zu, so Loewe weiter. Deshalb habe der Kreisjagdverband die Kreisverwaltung gebeten, die Jäger zu entlasten. Der Verband hat an den Kreis einen Antrag auf Befreiung bzw. Aussetzung der Gebühren für die Trichinenschau gestellt.

Zur Vorbeugung gegen die Seuche sei die Jägerschaft aufgefordert, soviel Schwarzwild wie möglich, auch Frischlinge, zu schießen, erläutert Stefan Lindner von der unteren Jagdbehörde. Grundsätzlich müsse jedes erlegte Stück Schwarzwild auf Trichinen untersucht werden. Jede Untersuchung kostet eine Gebühr von 7,70 Euro. Erst wenn die Probe unbedenklich ist, dürfe das Wild verarbeitet werden, so Lindner.

Hansgeorg Loewe ist der Meinung, dass man die Jäger für ihre Verantwortung bei der Seuchenprophylaxe motivieren und belohnen solle. Wie er als auch Stefan Lindner bestätigten, haben zwei Landkreise in Brandenburg die Gebühren für die Trichinenuntersuchungen schon erlassen. Hansgeorg Loewe schlägt vor, neben den Trichinen- gleichzeitig auch Blutuntersuchungen beim Schwarzwild vorzunehmen. "Damit lässt sich schneller feststellen, ob die Schweineseuche bei uns auftaucht", sagt er. Und bei jeder Trichinenprobe, zu der auch gleichzeitig eine Blutprobe mitgebracht werde, könne dem Jäger die Gebühr erlassen werden, so Loewe zur RUNDSCHAU.

Im Kreistag hat Dezernent Dirk Gebhard erläutert, dass eine Gebührensenkung zulasten des Kreishaushaltes gehen würde. Aus dem Veterinäramt des Elbe-Elster-Kreises war in dieser Woche zu erfahren, dass hier erst einmal keine Veränderungen bei den Gebühren vorgesehen sind. Allerdings soll das Thema beim nächsten Kreisentwicklungsausschuss am 9. November noch einmal auf den Tisch kommen.