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| 15:02 Uhr

Kraftsport
Wieder WM in Herzberg im Gespräch

Herzberg. Abgeordnete erfragen Kostenbeteiligung der Stadt bei den letzten Meisterschaften.

Herzbergs Kraftsportler Frank Kutzsch war international wieder sehr erfolgreich unterwegs. Kürzlich hat er aus dem slowakischen Trnava von der Weltmeisterschaft des World United Amateur Powerlifting (WUAP) Verbandes Gold und Silber in seiner Altersklasse mit nach Hause gebracht.

Vor allem den Freunden des Kraftsports sind die Weltmeisterschaften 2012 und 2016 in Herzberg noch in guter Erinnerung. Es waren großartige Veranstaltungen, die Herzberg auch über seine Grenzen hinaus ins Gespräch gebracht haben. So ist es kein Wunder, dass der WUAP-Verband über Frank Kutzsch anfragen ließ, ob nicht in einigen Jahren wieder eine internationale Meisterschaft in Herzberg möglich sei (die RUNDSCHAU berichtete). Finanziell solle das die Stadt nichts kosten. Nur organisatorische Hilfe und die kostengünstige Nutzung der Elsterlandhalle haben die Kraftsportler erbeten. Die Stadtverordneten hatten daran nicht viel auszusetzen. So ist jetzt eine Weltmeisterschaft 2022 und als Generalprobe eine Deutsche Meisterschaft 2020 im Gespräch.

Die Meisterschaften der vergangenen Jahre scheinen einige Abgeordnete aus finanzieller Sicht aber immer noch zu beschäftigen. So hatte Petra Hollstein (Linke) in der letzten Stadtverordnetenversammlung schriftlich beim Bürgermeister angefragt, wie die Leistungen der Stadt bei möglichen künftigen Meisterschaften aussehen würden. Ob die Stadt Geld zur Verfügung stellt und ob wieder Mitarbeiter der Verwaltung zum Einsatz kommen würden. Dazu sagte Bürgermeister Karsten Eule-Prütz, dass das in den Haushaltsverhandlungen des jeweiligen Jahres behandelt werden müsse.

Wie konkret die Kosten und ihre Differenzierung bei den letzten Großveranstaltungen ausgesehen haben, wollte Christian Voigt (Herzberg zählt) wissen. Antwort der Stadtverwaltung: Für die WM 2016 hat die Stadt insgesamt 19 650 Euro ausgegeben. Davon unter anderem 6000 Euro für Poloshirts, 7050 Euro für Plakate, 615 Euro für Übernachtungen und 300 Euro für ein Buffet. Die Weltmeisterschaft 2012 hat die Stadt laut Verwaltung 21 207 Euro gekostet. Bezahlt hat sie unter anderem 3255 Euro für Poloshirts, 1794 Euro für Planen, 1050 Euro für Beutel, 2400 Euro für die Loading-Crew (die Männer, die die Gewichte auf die Geräte legen) oder 450 Euro für einen Pokal. Zum Boxkampf im Februar 2014 in der Elsterlandhalle (es war ein Zweitbundesligakampf zwischen Hertha BSC/BC Cottbus und dem BC Chemnitz) führte die Stadtverwaltung auf, dass auf Kosten der Stadt 538 Plakate gedruckt wurden und eine Spende in Höhe von 6000 Euro an den Boxclub Cottbus ergangen ist.

Eine Nachfrage der RUNDSCHAU in der Kämmerei der Stadt Herzberg hat ergeben, dass die Mittel für die Veranstaltungen als Gesamtsumme in den (wenn auch nicht immer genehmigten) Haushalten der entsprechenden Jahre eingestellt waren. Allerdings sei nicht aufgeschlüsselt gewesen, wofür die konkret genutzt wurden. Folgt man der Intuition der Stadtverordneten für mögliche künftige Meisterschaften, so müssen diese wohl ohne Poloshirts, Plakate, Schlüsselbänder und ähnliches auskommen. Zumindest auf Kosten der Stadt.

(ru)