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| 12:39 Uhr

Wie ist der aktuelle Stand?
Geraten die Kirchenstraßen in Elbe-Elster in Vergessenheit?

 Michael Seifert ist Pfarrer in Wahrenbrück.
 Michael Seifert ist Pfarrer in Wahrenbrück. FOTO: xxxxxx
Elbe-Elster-Kreis. Diese besonderen Angebote in der Region werden kaum nachgefragt. Pfarrer Seifert möchte mobilisieren. Von Sylvia Kunze

Um die 50 Kirchengemeinden beteiligen sich an dem Kirchenstraßenprojekt, das unter der Obhut des Vereins Wald- und Heideland vor mehreren Jahren ins Leben gerufen worden ist und aus neun Wegen zu unterschiedlichen Themen besteht. Aber: Geraten die Kirchenstraßen etwa wieder in Vergessenheit?

„Es ist leider sehr ruhig geworden. Das Projekt muss weiter vorangetrieben werden. Wenn man mal die größeren Kirchen wie Herzberg oder Bad Liebenwerda außen vor lässt, erlebt der Großteil der Kirchengemeinden, dass kaum ein Interessierter kommt“, resümiert Pfarrer Michael Seifert aus Wahrenbrück. „Dabei sind doch gerade auch unsere vielen kleinen Dorfkirchen so ansehenswert“, argumentiert er und ergreift die Initiative.

Geht es nach ihm, dann soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die wieder frischen Wind in die Idee „Kirchenstraße Elbe-Elster“ bringt. Schließlich ist sie aus seiner Sicht etwas Besonderes, was andere in Deutschland existierende Kirchenstraßen so nicht bieten: In Elbe-Elster sind Kirchen der beiden Kirchenkreise Bad Liebenwerda und Niederlausitz - sozusagen sogar kirchen-länderübergreifend - miteinander verbunden. Und es ist ein ökumenisches Projekt, denn Kirchen der evangelischen und der katholischen Gemeinden öffnen sich entlang der ausgewiesenen Kirchenstraßen gleichermaßen dem Besucher.

 Ein kurzer Rückblick: 2011 war das eins mit EU-Leader-Mitteln finanzierte Anschubprojekt so weit gediehen, dass es der breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Erste Aktionen luden zum Erkunden der Kirchenstraßen ein. Eigens dazu waren auch Kirchenführer ausgebildet worden. Aber leider sehr schnell wurde es auch schon wieder sehr ruhig um diese Angebote. „Sie sind nicht so richtig in Gang gekommen“, bedauert Seifert.

Selbst im vergangenen Jubiläumsjahr der Reformation, als Kirchen besonders im Fokus standen, habe der Besucherzulauf zu wünschen übrig gelassen. Bernhard Richter aus Löhsten äußert sich sehr enttäuscht, „wie wenig Menschen Interesse an unserer Kirche hatten. Es hat nur eine Führung im gesamten Jahr gegeben - trotz unseres Engagements auch im Zusammenhang mit dem Lutherweg“.  Auch Klaus Gemeinhardt, Kirchenältester in Gräfendorf, würde sich den einen oder anderen Besucher mehr wünschen. „Aber es kommen Leute“, berichtet er.

Seifert weiß, dass in anderen Kirchen hingegen Besucher ganz ausbleiben und möchte an diesem Zustand unbedingt etwas ändern. „Auch wenn wir wohl nie Massenzulauf erleben werden,  sollten wir es immer wieder probieren, für unsere Gotteshäuser zu interessieren“, sagt der Wahrenbrücker Pfarrer. Ideen hätte er schon. Ihm schwebt zum Beispiel eine Zusammenarbeit mit dem Winkler Rosen-Gastwirt Jens Uhlemann vor. Der Gastronom bewirtet regelmäßig Busausflügler. Warum sollten zukünftig seine Gäste nicht auch mal eine Kirchenstraße abfahren? Oder wie sieht es mit den neuen E-Bikes aus, die es künftig an vielen Stationen im Elbe-Elster-Land auszuleihen gibt? Mit denen kann man doch auch ganz toll die Region erkunden. „Die Leitung ist schon verlegt. Vielleicht bekomme ich eine Ladestation auf das Wahrenbrücker Kirchenareal“, verrät der umsichtige Pfarrer, wie er Besucher anlocken will.

Seifert ist überzeugt, dass sich darüber hinaus sicher noch viele andere derartige Ideen finden und vielleicht in die Tat umsetzen ließen - mit vereinter Kraft mehrerer Partner, die sich in eben dieser von ihm vorgeschlagenen Arbeitsgruppe zusammenfinden sollen. Als erste Aufgabe, die anstehe, sieht er das Aktualisieren des Internetauftrittes. Danach könne man sich weiteren Ideen widmen, die im Zusammenhang mit den Kirchenstraßen entwickelt werden.

www.kirchenstrasse-elbe-elster.de