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Schüleraustausch
Wie Schüler mit GPS und viel Spaß die Region kennenlernen

So eine Erkundungstour um den Falkenberger Kiebitz-See macht durchaus hungrig. Stockbrot vom Lagerfeuer und Wurst vom Grill kommen gut an.
So eine Erkundungstour um den Falkenberger Kiebitz-See macht durchaus hungrig. Stockbrot vom Lagerfeuer und Wurst vom Grill kommen gut an. FOTO: sk
Falkenberg/Herzberg. Die Gastgeber aus den Schulen in Herzberg und Falkenberg überraschen ihre Gäste aus dem sibirischen Tschita in diesem Jahr mit einer besonderen Erkundungsidee: Geocaching. Sylvia Kunze

23 Mädchen und Jungen aus der sibirischen Stadt Tschita verbringen gegenwärtig im Rahmen eines Schüleraustausches erlebnisreiche Tage in der Region. Als Gastgeber fungieren gleichaltrige Partner aus dem Herzberger Gymnasium sowie den Oberschulen in Herzberg und Falkenberg. "In unserer Schule haben sich nicht ausreichend Interessierte gefunden", berichtet Uwe Kucharz, der Lehrer in der Herzberger Oberschule, der die seit mehr als zehn Jahren bestehende Schulpartnerschaft maßgeblich betreut.

Doch das habe das Vorhaben, zum wiederholten Mal Schüler aus Sibirien in Elbe-Elster zu begrüßen, nicht stoppen können. Sowohl im Herzberger Gymnasium als auch erstmals in der Falkenberger Oberschule sei man auf ebenfalls interessierte Jugendliche gestoßen, die sich der Herausforderung Schüleraustausch stellen wollen. "Die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Schulen klappt bestens", lobt Kucharz und sieht in diesem gemeinsamen Herangehen ein gutes Zukunftsmodell, um die über Jahre aufgebauten Partnerschaftsbande nicht abreißen zu lassen.

Die Schüler sind mit großem Eifer bei der Sache. Mit Blick auf die nicht rühmlichen Teile der Geschichte Deutschlands möchte zum Beispiel Lee-Veit Pötzsch seinem Austauschpartner zeigen, "dass Deutschland ein schönes Land ist". Er ist schon zum zweiten Mal beim Projekt dabei, hat über all die Zeit mit seinem sibirischen Freund Kontakt gehalten. "Wir helfen uns zum Beispiel auch gegenseitig bei den Hausaufgaben. Er mir bei Russisch, ich ihm bei Deutsch", verrät der Herzberger Schüler.

Jara Kendzia sammelt ebenfalls zum zweiten Mal ihre Erfahrungen. "Ich war schon im Schüleraustausch in Sankt Petersburg und habe noch immer Kontakt mit meiner Partnerin. Es gefällt mir sehr, auf diese Art ein anderes Land kennenzulernen", begründet sie ihr Interesse an den Gästen aus Tschita.

Denen werden natürlich zahlreiche Gelegenheiten gegeben, Land und Leute kennenzulernen. Das Programm ihres zweiwöchigen Aufenthalts ist straff gepackt und hält in diesem Jahr eine besondere Erkundungsidee bereit. Jeder Ausflug wird mit Geocaching verbunden. Für die technikaffinen Jugendlichen ist das der Hit. Egal, ob in Dresden, Potsdam oder am Kiebitz-See: "Die Cachsuche steht klar im Vordergrund. Erst danach kommen die anderen Aufgaben dran", berichtet Lehrerin Korina Melchert. Die Gastgeber hatten sich das zwar ein wenig anders vorgestellt, aber letztlich führen viele Wege zum Ziel. Und wie gut es den Gästen gefällt, widerspiegelt eine Szene am Rande des Tages am Kiebitz-See. Zum Abschluss der Runde sitzen sie am Lagerfeuer und beginnen ganz spontan zu singen.

"Viele unserer Schüler wollen mit nach Deutschland, aber nur die Fleißigsten dürfen auch mit", verdeutlicht Lehrerin Elena Pogorelova das Interesse auf sibirischer Seite am Schüleraustausch.

Zum Thema:
Auch andere Schulen der Region pflegen ähnliche Kontakte, zum Beispiel:das berufliche Gymnasium in Falkenberg mit einer Schule im lettischen Talsi, das Gymnasium in Herzberg mit einer Schule im russischen Sankt Petersburg und mit einem Lyzeum in Frankreich,die Grundschule in Falkenberg mit einer Schule in der polnischen Partnerstadt Otyn (im Aufbau).