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Wie hier aufs Leben vorbereitet wird

In der bze-Lehrwerkstatt in Falkenberg hat Minister Baaske den Lehrlingen über die Schultern geschaut. Er zeigte sich beeindruckt von der hohen Qualität ihrer Ausbildung.
In der bze-Lehrwerkstatt in Falkenberg hat Minister Baaske den Lehrlingen über die Schultern geschaut. Er zeigte sich beeindruckt von der hohen Qualität ihrer Ausbildung. FOTO: Sylvia Kunze
Falkenberg. Auf Einladung des Falkenberger Bürgermeisters Herold Quick hat sich der Brandenburger Bildungsminister Günter Baaske am Freitagnachmittag am Beruflichen Gymnasium und in der bze-Ausbildungsstätte umgesehen. „Die Bildungseinrichtungen halten richtig tolle Angebote für die Jugendlichen vor. Sylvia Kunze

Sie leisten gute Arbeit und bereiten umfangreich aufs Leben vor", begründete das Falkenberger Stadtoberhaupt seine Auswahl. Hintergründige Überlegung dabei: Dem Gast aus der Landeshauptstadt zeigen, was in ländlichen Regionen geleistet wird und wie es gelingt, die Jugend an die Heimat zu binden und vom Hierbleiben zu überzeugen.

Zum Beispiel mit sehr kreativen und anspruchsvollen Projekten, wie sie im Beruflichen Gymnasium inzwischen seit Jahren üblich sind. Zahlreiche Auszeichnungen, die gleich im Eingangsbereich und in den Fluren vom Minister betrachtet wurden, belegen das hohe Engagement. Da ist von einer Schule mit hervorragender Berufsorientierung ebenso zu lesen wie von vorderen Plätzen der Junior-Firmen und bei der Abi-Challenge. Man sah es Baaske an, dass er dafür schon Anerkennung zollte.

Aber im Gespräch mit Schülervertretern sollte sein Staunen durchaus noch größer werden. Selbstbewusst und stolz berichteten zum Beispiel die Jugendlichen, die in Junior-Schülerfirmen Erfahrungen sammlen durften, von ihrer Arbeit. Da gab es viel zu erzählen. Immerhin nehmen die Falkenberger inzwischen schon seit zehn Jahren an diesem Wettbewerb teil. Zwölf Schülerfirmen haben sich seitdem bereits gegründet und ihre Produkte mehr oder weniger erfolgreich auf den Markt gebracht — und dabei Unmengen an Erfahrungen gesammelt, die ihnen bloßer Unterricht nie hätte vermitteln können. Der Minister ist überzeugt: "Solche Arbeit schafft Identität und zeigt die Kraft der Schule."

Deutlich beeindruckt war Baaske von den Ausführungen zu den Schüler-Ingenieur-Akademien, bei denen Gymnasiasten anspruchsvolle Aufgabenstellungen unter wissenschaftlicher Begleitung abarbeiten. "Ich wusste, dass es solche Angebote im Berlin nahen Raum gibt. Dass es gelingt, so etwas auch im ländlichen Raum zu organisieren, beeindruckt mich sehr", sagte er am Ende seines Besuchs in Falkenberg. Zudem war er beeindruckt von der engen Verzahnung von Schulen, Wirtschaft und anderen Partnern vor Ort. Insbesondere das enge Miteinander von Oberschule und Beruflichem Gymnasium sorgte bei Baaske für einen Aha-Effekt. Um "die Durchlässigkeit des Systems" beim Übergang von der Oberschule zum Oberstufenzentrum, zu dem das Berufliche Gymnasium gehört, zu verbessern, will er gern noch einmal mit den Verantwortlichen vor Ort "die Köppe zusammenstecken", versprach er.

Das duale Studium und seine Möglichkeiten war dann Schwerpunkt in der bze-Ausbildungsstätte. Aber Ausbildungsverantwortlicher Jörg Schirmer musste berichten, dass es bislang leider gar nicht so nachgefragt sei. Dabei habe man mit der Hochschule in Zittau einen Partner an der Seite, mit dem man detailliert abgestimmt sehr gut zusammenarbeite. Bei einem Rundgang durch die Werkstätte konnte sich der Gast aus Potsdam vom hohen Niveau der Ausbildung vor Ort überzeugen.