"Schau mal, ich habe dir einen Knochen mitgebracht", will ein knuddeliger Löwe einer Schildkröte, die treu und freundlich dreinschaut, eine Freude zum Geburtstag machen. Dass diese Geschenkidee nicht gerade der Volltreffer ist, gehört zum lehrreichen Teil einer Geschichte von Elizabeth Shaw, die die sieben Frauen einstudieren. Noch liegen die Manuskripte als Stütze in der Kulisse. Noch gibt es viele Regieunterbrechungen. Denn Löwe, Schildkröte, Maus, Elefant und Elefantenjunges, Nashorn und Pelikan lernen das Laufen und Sprechen erst seit wenigen Tagen. Die dicke Fliege kann es schon. Sie hängt bei Karin Heym, der einzigen Profi-Spielerin und Chefin der Amateurpuppenbühne, am schwingenden Faden.

Auf Anregung vom Kreiskulturamt begann im März ein Volkshochschulkurs "Puppenspiel und Puppenbau". An die Wurzeln des Wanderpuppentheaters in der Region sollte damit angeknüpft werden. Kursleiterin: Karin Heym, ehemalige Leiterin der Cottbuser Puppenbühne Regenbogen, inzwischen in Frankena zu Hause. An der Schauspielschule "Ernst Busch" und der Volkskunstschule Leipzig hatte sich die Kindergärtnerin zur Regisseurin für Puppentheater qualifiziert.

"Ihr müsst den Text nicht lesen, sondern spielen", mahnt Karin Heym. "Lass' den Löwen zum Publikum schauen." "Jetzt hast du den Mund voll. Das muss man hören." Immer wieder hat die erfahrene Regisseurin gute Hinweise. Klappt etwas auf Anhieb, loben sich alle gegenseitig: "Das war jetzt gut!" Schon beim Puppenbauen hatten Angelika, Jana, Barbara, Elenore, Gabi, Barbara und Karin viel Spaß. Die Jüngste ist 49, die Älteste wird bald 72. Sie entwerfen und nähen ihre Figuren, hauchen ihnen Charaktere ein. Gemeinsam dachten sie sich den Namen Klimperklein aus.

Wenn am Freitag das Puppentheaterfestival beginnt, werden sie ihr Stück vorstellen. "Einen Arbeitsstand", beugt Karin Heym allzu großen Erwartungen und dem aufkeimenden Lampenfieber der Darstellerinnen vor. "Wir sind ja Laien", betonen die Frauen. Die Truppe - Lehrerin, Marketingchefin, Angestellte, Arzthelferin und die Rentnerinnen - kannte sich vor dem Kurs nur zum Teil - jetzt eint sie zunehmend die Spiellust. Einmal wöchentlich wird in der Oberschule Finsterwalde geprobt. Weitere Mitstreiter - gern auch männliche - sind herzlich willkommen.

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HintergrundDas 13. Internationale Puppentheaterfestival wird am 16. September um 19 Uhr im Kreismuseum Finsterwalde eröffnet.Mehr als 25 Inszenierungen von 18 Bühnen aus fünf Ländern stehen bis zum 25. September im Programm.