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| 07:13 Uhr

Ältere Generation in den Fokus rücken
Wie altersfreundlich ist Herzberg?

Auch den Bauernmarkt in Herzberg am vergangenen Samstag haben viele ältere Bürgerinnen und Bürger besucht. Die Stadt muss sich Gedanken darüber machen, wie sie dieser größer werdenden  Bevölkerungsgruppe auch in Zukunft  gerecht wird.
Auch den Bauernmarkt in Herzberg am vergangenen Samstag haben viele ältere Bürgerinnen und Bürger besucht. Die Stadt muss sich Gedanken darüber machen, wie sie dieser größer werdenden Bevölkerungsgruppe auch in Zukunft gerecht wird. FOTO: LR / Rudow
Herzberg. Stadt beteiligt sich an thematischem Projekt. Seniorenbeirat wird dringend gesucht. Von Birgit Rudow

Wie altersfreundlich ist Herzberg? Dieser Frage will man in den kommenden Wochen verstärkt auf den Grund gehen. Doch erst einmal ein paar Zahlen vorne weg: 2016 betrug der Anteil der 65- bis 79-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Herzberg etwa 18 Prozent. Im Vergleich zu 2015 und 2014 ist sie leicht gestiegen. Der Anteil der über 80-Jährigen machte etwa 7,5 Prozent aus. Im Vergleich dazu: Die unter 18-Jährigen machten etwa 14,5 Prozent der Bevölkerung aus. 2016 kamen auf 1000 Einwohner etwa 15 Sterbefälle, aber nur etwa 7,5 Geburten (Quelle: wegweiser-kommune.de – auf der Grundlage des Statistischen Landesamtes).

Die Zahlen sind nüchterner Indikator dafür, dass sich die Stadt intensiver den Interessen ihrer älteren Bevölkerung widmen muss. „Neben den Kindern und Jugendlichen muss das unser Hauptthema sein“, so Bürgermeister Karsten Eule-Prütz zur RUNDSCHAU. Herzberg beteiligt sich deshalb, wie zuvor zum Beispiel auch Falkenberg und Schönewalde, an der Aktion „Altersfreundliche Gemeinde“. Dabei handelt es sich um ein Projekt des Landkreises Elbe-Elster mit der BTU Cottbus-Senftenberg. Annemarie Gundermann, Leiterin der Stabsstelle Sozialplanung und Daseinsfürsorge beim Landkreis, hat es in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung vorgestellt.

Das Projekt startet mit einer Umfrage, die in einem umfassenden Fragebogen zusammengefasst ist. Mit Hilfe der Antworten soll ein Überblick darüber entstehen, welche Stärken und Schwächen die ältere Bevölkerung in Bezug auf Altersfreundlichkeit in Herzberg benennt. Die Wissenschaftler nennen das Sozialraumanalyse. Die Teilnahme an der Fragebogenaktion ist selbstverständlich anonym und freiwillig. Die Fragebögen sind in der Verwaltung, in Einrichtungen, beim Pflegestützpunkt und in den Ortsteilen erhältlich. Sie können dort auch wieder abgegeben oder in den Briefkasten geworfen werden.

Themenbereiche der Fragekomplexe sind zum Beispiel die Mobilität im öffentlichen Raum, Unterstützung für Ältere in unterschiedlichen Bereichen, altengerechte Wohnmöglichkeiten oder die gesellschaftliche Teilhabe. Aus den Ergebnissen der Befragung entsteht sozusagen ein Ist-Zustand als Grundlage für konkrete Projekte zur Verbesserung der Altersfreundlichkeit in Herzberg, die unter Umständen finanziell auch gefördert werden können.

Die Abgeordneten und die Stadtverwaltung begrüßen diese Aktion. „Das ist für uns eine gute Möglichkeit der Bestandsaufnahme“, so der Bürgermeister. Er wünscht sich für die Stadt ein Gremium, das allgemein die Stimmung, Wünsche und Belange der älteren Bürger aufnimmt und ständiger Gesprächspartner der Stadtverwaltung ist. „Sicher sehen wir viele Dinge und berücksichtigen sie auch. Aber ein Seniorenbeirat würde Herzberg gut tun. Vielleicht findet sich jemand, der sich dafür engagiert“, sagt er.

Herzberg ist die einzige Kommune in Elbe-Elster, die keinen Seniorenbeirat hat.