| 02:40 Uhr

Wichtiger als Muttis Geburtstag

Die Mannschaft von Lok Falkenberg um Trainer Mario Wolf (r.) ist bereit für das Spiel des Jahres.
Die Mannschaft von Lok Falkenberg um Trainer Mario Wolf (r.) ist bereit für das Spiel des Jahres. FOTO: Verein
Falkenberg. Nach 30 Jahren testen Falkenbergs Fußballer wieder gegen die Halbprofis von Lok Leipzig – der heimliche Star ist aber jemand anderes. Steven Wiesner

Nach der Saison ist vor dem Spiel des Jahres. So lautet in dieser Woche das Motto beim ESV Lok Falkenberg. Die Kreisoberliga-Fußballer aus Elbe-Elster haben am zurückliegenden Wochenende ihre Spielzeit in der 9. Liga mit einer 1:2-Niederlage in Schipkau zu Ende gebracht und mit einem ordentlichen 2. Tabellenplatz abgeschlossen. Der Höhepunkt steht erst noch bevor. Denn am Sonntag (15 Uhr) haben die Falkenberger den Regionalligisten 1. FC Lok Leipzig zu Gast im Ludwig-Jahn-Stadion. Und das ist gleich aus mehreren Gründen kein Spiel wie jedes andere.

Abteilungsleiter Siegmar Casper ist voller Vorfreude auf das Duell mit dem Traditionsclub, der 1987 immerhin in einem Europapokal-Finale stand. In dieser Zeit sind die beiden Lokomotiven auch zum letzten Mal aufeinander getroffen. Casper erinnert sich: "Wir haben gegen die damalige DDR-Oberliga-Mannschaft von Leipzig nur knapp mit 0:1 verloren. Das hatten wir in so guter Erinnerung, dass wir als kleine Lok erneut gegen die große Lok spielen wollten." Heute sind die Sachsen zwar Lichtjahre entfernt vom europäischen Geschäft und spielen in einer Liga mit Energie Cottbus, dennoch stellt sich die Frage, welche Lok schneller fährt, auch weiterhin nicht. "Wir wollen mindestens ein Tor schießen und nicht zweistellig verlieren", sagt Siegmar Casper. Für dieses Vorhaben haben Trainer Mario Wolf zumindest schon mal alle Spieler ihre Anwesenheit zugesichert - laut Casper nicht immer gängige Praxis. "Bei den Punktspielen hat schon mal die Mutti oder sonst jemand Geburtstag, diesmal sind aber plötzlich alle da", grinst der Abteilungsleiter. "Das will sich natürlich keiner entgehen lassen." Immerhin könnten bei einem solchen Event zehn Mal so viele Zuschauer am Seitenrand stehen wie sonst. "Über 1000 Zuschauer würden wir uns schon sehr freuen", sagt Casper. Herkömmliche Ligaspiele verfolgen im Schnitt 80 bis 100 Schlachtenbummler. Zwangsläufig steigen damit die Anstrengungen, mit denen der Verein den Tag vorzubereiten hat. "Plakate müssen gemacht werden, wir brauchen einen Sicherheitsdienst, Bauzäune für den Leipziger Bus und Einweiser auf den Parkplätzen", schildert Casper. "Da ist die Abteilung Fußball fast vollständig auf den Beinen." Der Eintritt kostet 5 Euro, für Kinder bis 16 Jahre 3 Euro. Casper bittet, zum Parken vor allem die Friedrichstraße, die Mühlberger Straße oder den Bahnhof zu nutzen.

Ein Wiedersehen wird es an diesem besonderen Tag mit Robert Zickert geben, der in Falkenberg mit dem Fußballspielen begann und seit 2015 die Schuhe für die Leipziger schnürt - der heimliche Star ist aber jemand anderes. Denn die neue, mit Fördermitteln finanzierte Sitzplatztribüne wird mit diesem Spiel einen mehr als würdigen Rahmen für ihre Einweihung bekommen. Während die Leipziger Halbprofis also nach 90 Minuten wieder abreisen, wird sie dem ESV Lok Falkenberg erhalten bleiben und etwa 200 Menschen Platz bieten.