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| 14:59 Uhr

Wetterrückblick
Der wärmste Juni in Deutschland seit 1881

 Der Kiebitzer See war ein magischer Anziehungspunkt für all jene, die sich in der Juni-Hitze erfrischen wollten.
Der Kiebitzer See war ein magischer Anziehungspunkt für all jene, die sich in der Juni-Hitze erfrischen wollten. FOTO: Dieter Lehmann
Falkenberg. Der Falkenberger Naturschützer Dieter Lehmann blickt in seinem Wetterrückblick auf viele extreme Hitzetage im Juni, mehrere Rekorde sind gefallen – für die meisten Menschen eine enorme Belastung. Von Dieter Lehmann

Der Juni 2019 war in Deutschland nicht nur der wärmste sondern auch der sonnigste Juni seit dem Beginn flächendeckender Messungen im Jahr 1881. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) in seinem monatlich veröffentlichten Wetterrückblick. „Schon wieder neue Höchstwerte! Allmählich verschlägt es mir die Sprache angesichts dieser inzwischen in Serie auftretenden Klimarekorde“, kommentierte Uwe Kirsche, Pressesprecher des DWD, die Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen unseres nationalen Wetterdienstes.

Mit 19,8 Grad Celsius (°C) lag der Temperaturdurchschnitt in Deutschland um 4,4 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Die durchweg sommerlichen, zum Monatsende hin sogar hochsommerlichen Werte lagen plus 0,4 Grad über der bisherigen Rekordtemperatur des Jahres 2003. Im letzten Monatsdrittel brachte eine große Hitzewelle auch territorial neue Rekorde. Am 30. Juni wurden in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) 39,3 Grad gemessen. An meinem Thermometer in Falkenberg konnte ich 16.35 Uhr den Tageshöchstwert ablesen: 36,5°C . Die höchste jemals in Deutschland gemessene Temperatur liegt bei 40,3 Grad. Dieser Wert wurde am 5. Juli und 7. August 2015 im fränkischen Kitzingen gemessen. Die Stadt am Main mit ihren etwa 21 000 Einwohnern hält somit nach wie vor den Hitzerekord in Deutschland.

Leider gab es im Juni abermals zu wenig Niederschläge. Mit rund 55 Litern pro Quadratmeter (l/m²) wurden nur etwa 64 Prozent des vieljährigen Mittels von 85 l/m² erreicht. Vielleicht überraschend für uns: Die höchste Tagesregenmenge meldete am 11. Juni die Stadt Jüterbog mit 95,9 l/m². In meinem Regenmesser hatten sich an diesem Tag dagegen nur 42,3 l/m² gesammelt. Das war immerhin die höchste Tagesmenge an Regen, die bei uns im Juni niederging.

Aber auch das muss noch erwähnt werden: Es war der sonnigste Juni seit Messbeginn im Jahr 1951. Die Sonnenscheindauer wird vom DWD seit 1951 bundesweit gemessen. Mit rund 300 Stunden war die Sonnenscheindauer im diesjährigen Juni enorm. Damit wurde der bisherige Juni-Rekord von 287 Stunden aus dem Jahr 1976 deutlich übertroffen. Am sonnigsten war es in unserem Land Brandenburg mit bis zu 370 Sonnenstunden.

Der Juni brachte uns also die unterschiedlichsten Wetterrekorde. Doch ich bin mir sicher, diese werden nicht lange Bestand haben. Denn es wird wegen des unaufhaltsam voranschreitenden globalen Klimawandels in den nächsten Jahren noch viel wärmer werden.

 Der Kiebitzer See war ein magischer Anziehungspunkt für all jene, die sich in der Juni-Hitze erfrischen wollten.
Der Kiebitzer See war ein magischer Anziehungspunkt für all jene, die sich in der Juni-Hitze erfrischen wollten. FOTO: Dieter Lehmann