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Wetterrückblick: abermals ein viel zu trockener Monat

Einer oben, einer unten: die zwei Kleiber beim Füttern ihrer Jungen.
Einer oben, einer unten: die zwei Kleiber beim Füttern ihrer Jungen. FOTO: Lehmann
Elbe-Elster. Wie bereits im März und April stand auch der Mai zumeist unter Hochdruckeinfluss. Dabei gelangten warme Luftmassen aus Südwesteuropa nach Deutschland.

Es entwickelten sich gebietsweise heftige Gewitter mit Unwetterpotenzial. Insgesamt gesehen war der Monat sehr warm, mit einer überdurchschnittlichen Sonnenscheindauer, doch leider abermals mit einem deutlichen Niederschlagsdefizit.

Der Mai lag deutschlandweit mit durchschnittlich 14,2 Grad Celsius (°C) um 2,1 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Zum Ende der ersten Monatsdekade sank die Lufttemperatur unter Hochdruckeinfluss und durch die damit verbundene nächtliche Ausstrahlung bei klarem Himmel verbreitet in den leichten Frostbereich. Die "Eisheiligen" blieben jedoch in diesem Jahr mehr oder weniger aus. Das Hoch "Tilly", zu Beginn der zweiten Monatshälfte, brachte dann erstmals frühsommerliche Temperaturen mit örtlich knapp über 30°C. In Cottbus wurden am 19. Mai bei strahlendem Sonnenschein 31°C gemessen.

Zum Monatsende überrollte uns eine extreme Hitzewelle. Vielerorts gab es neue Temperaturrekorde für den Mai. In meiner Heimatstadt Falkenberg/Elster kletterte am 29. Mai das Thermometer auf bisher noch nie erreichte 32,8°C. Das hatte natürlich Folgen. Am Kiebitzer See trafen sich die Sonnenhungrigen in Scharen. Die von mir gemessene Wassertemperatur lag bei knapp über 20°C.

Leider verschärfte sich im Mai die seit Monaten andauernde Trockenheit weiter, zum Leidwesen unserer Landwirtschaftsbetriebe. In Falkenberg gab es nur einmal, am 19. Mai, einen kurzen Gewitterregen, der eine Niederschlagsmenge von etwas über 10 Liter pro Quadratmeter (l/m²) brachte. In Brandenburg fielen durchschnittlich nur 35 l/m² Regen - viel zu wenig!

Ich als engagierter Naturfreund hatte ein besonderes Erlebnis. Im Solarpark Falkenberg Nord wurden vor drei Jahren als Ausgleichsmaßnahme verschiedenartige Nistkästen an Bäumen angebracht. Als wir diese Anfang Mai kontrollierten, entdeckten wir zwei Kleiber, die ihre Jungen im Innern der künstlichen Nisthöhle fütterten.