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| 12:13 Uhr

Wetterrückblick
„Grüner Wetterfrosch“ bleibt unten auf der Leiter sitzen

 Wasser gibt es im Kiebitzer See genug. Gut für das Nilgans-Paar, auf der Brutplattform im landschaftlich geschützten Nordteil des Gewässers.
Wasser gibt es im Kiebitzer See genug. Gut für das Nilgans-Paar, auf der Brutplattform im landschaftlich geschützten Nordteil des Gewässers. FOTO: Dieter Lehmann
Falkenberg. Der Mai war ein kühler, aber erneut zu trockener Monat, sagt der Falkenberger Naturschützer Dieter Lehmann. Von Dieter Lehmann

Ich bin ein Wetterfrosch, und dazu auch noch ein „Grüner“. In einer spöttischen Übertragung werden Meteorologen oder Wetterbeobachter oft als Wetterfrösche bezeichnet. Das Bild, wo ein Laubfrosch in einem Glas auf einer kleinen Leiter hochklettert und damit schönes Wetter voraussagt, ist allseits bekannt. Kürzlich sagte am Kiebitzer See ein mir völlig fremder Mann, ich sei in Anspielung auf meine monatlichen Wetterrückblicke ein solcher grüner Wetterfrosch. Ich war belustigt, fühlte mich aber auch ein wenig geehrt.

Doch nun zum Wettergeschehen im zurückliegenden Monat Mai: Nachdem im April der Sommer bereits ein Gastspiel gegeben hatte, verlief der Mai in seiner scheinbaren Normalität. Nämlich kühl, aber in unseren Regionen leider wieder einmal zu trocken. Bereits in der ersten Monatshälfte trieb der Wind immer wieder kalte Luft von Nordwesten heran. Nur an vereinzelten Tagen gab es durch hohen Luftdruck sonniges Wetter, aber damit verbreitet auch Nachtfröste. Blühende Obstbäume litten darunter und deren Fruchtansätze erfroren. Tiefdruckgebiete sorgten vor allem im Süden von Deutschland für reichlich Niederschlag. Insgesamt verlief der Mai nach 13 zu warmen Monaten in Folge erstmals wieder zu kühl. Mit 10,9 Grad Celsius lag der Temperaturdurchschnitt im Mai um 1,2 Grad unter dem Normalwert. In der zweiten Monatshälfte stiegen die Temperaturen zwar wieder an, doch sie erreichten nicht wieder das extreme Niveau vom Vormonat April. Allerdings profitierte von dieser Wetterentwicklung der Himmelfahrtstag. Bei Sonnenschein und mäßigen Winden war es bis zu 23 Grad Celsius und damit angenehm warm.

Was den Regen im Mai betrifft, gab es im Süden Deutschlands viel Regen. Örtlich sogar zu viel davon, wodurch es dort zu Hochwassersituationen kam. Der Mai übertraf sein Soll von 71 Litern pro Quadratmeter (l/m²) mit gut 80 l/m² um 16 Prozent. In unserem Osten hingegen blieben die Regenfälle unergiebig. Das Land Brandenburg war mit gut 35 l/m² wieder einmal das niederschlagsärmste Bundesland.

An meiner privaten Wetterstation in Falkenberg konnte ich insgesamt 44 Liter Niederschlag messen. Aber das war natürlich auch zu wenig. Deshalb werde ich in meinem Glas – als „Grüner Wetterfrosch“ – in den nächsten Wochen wohl doch besser unterhalb der Leiter sitzen bleiben. Mal sehen, ob es dann öfter regnet?