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| 02:52 Uhr

Wettbewerb für den Schulanbau

Im linken Bereich, hier vom Schulhof aus gesehen, könnte der Anbau entstehen.
Im linken Bereich, hier vom Schulhof aus gesehen, könnte der Anbau entstehen. FOTO: Rudow
Herzberg. Wie soll das Raumproblem in der Herzberger Elsterlandgrundschule gelöst werden, und vor allem, wie soll die Lösung finanziert werden? Diese Frage brennt der Herzberger Stadtverwaltung auf den Nägeln, und das nicht erst, seit der Hort der Schule im Sommer 2015 in Container umgezogen ist. Jetzt scheint sich eine Lösung anzubahnen. Sie heißt Erweiterungsanbau. Birgit Rudow

Herzbergs Bauamtsleiter Rüdiger Bader hat das Projekt am Montag im Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung erstmals öffentlich vorgestellt. Der Erweiterungsanbau an der Elsterlandgrundschule gilt als eines der im Stadt-Umland-Wettbewerb favorisierten Projekte. Dazu habe es eine Beratung bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg mit Vertretern verschiedener Ministerien gegeben, führte er aus. "Im Ergebnis des Gesprächs ist uns in Aussicht gestellt worden, dass das Ministerium für Bildung, Jugend und Soziales das Projekt als förderfähig anerkennt, wenn die Schule ein Schulkonzept vorlegt", erklärte der Bauamtsleiter. Auch dazu habe es bereits Beratungen unter anderem mit dem Schulrat und der Kreisverwaltung gegeben. Die Schule, so Bader, werde ein Konzept erarbeiten für gemeinsames Lernen mit den Schwerpunkten Inklusion, emotionale und soziale sowie sprachliche Entwicklung. Das Konzept müsse sowohl von der Schulkonferenz als auch von der Stadtverordnetenversammlung bestätigt werden und sich bis Jahresende etablieren, sagte er.

Aus dem inhaltlichen Konzept der Grundschule resultiert ein neues Raumprogramm, das verschiedensten Anforderungen gerecht werden muss. Die öffentlichen Flächen im Schulhaus könnten nicht als Raumflächen genutzt werden, so Bader. "Das Raumkonzept wird eine sehr komplexe Aufgabe. Da spielen zum Beispiel auch der Brandschutz und energetische Anforderungen nach heutigen Gesichtspunkten eine Rolle. Für kleinere Lerngruppen werden kleinere Räume benötigt. Ein Fahrstuhl wird gebraucht", so der Bauamtsleiter. In der vergangenen Woche sei man sich im Rathaus dann endgültig einig gewesen, dass sich die Umsetzung nur mit einem Anbau an die vorhandene Schule bewältigen lässt.

Das Ministerium schreibt für solche Projekte einen Architektenwettbewerb vor, erläuterte Bader. Den wolle die Stadt Herzberg auch ausschreiben. "Wir müssen für das neue Konzept der Schule neu denken. Und das nicht nur in Bezug auf Inklusion und Barrierefreiheit", sagt er. Im Vorfeld müsse auch geklärt werden, ob man eine Aula brauche oder nur einen Speiseraum und ob die Schule eine eigene Bibliothek benötige. Geklärt werden müsse auch die Frage nach Räumlichkeiten für die Lehrer oder die Schulsozialarbeiterin zum Beispiel. Alle diese Vorgaben müssten den Architekten für den Wettbewerb in die Hand gegeben werden, so Rüdiger Bader. "Auch die gesamte Außenanlage wollen wir in den Wettbewerb mit einbeziehen", sagte er. Dazu gehöre auch die noch zu renaturierende Brachfläche an der Karl-Liebknecht-Straße.

Eine konkrete Zeitschiene für die Errichtung des Anbaus gibt es bisher noch nicht. "Die Vorarbeiten bis zur Baugenehmigung und den Architektenwettbewerb werden wir in diesem Jahr nicht mehr hingekommen", sagt Rüdiger Bader. Somit ist auch in diesem Jahr noch nicht mit einem Baustart zu rechnen. Auch der finanzielle Umfang sei derzeit nur schwer einzuschätzen. "Im Moment gehen wir bei dem Gebäude für den Anbau von 3,5 Millionen Euro aus. Das sind aber erst vorsichtige Schätzungen", so der Bauamtsleiter.

Bei den Mitgliedern des Herzberger Bauausschusses ist die Projektvorstellung der Stadt am Montag interessiert und wohlwollend aufgenommen worden. Allerdings gab es in einer kurzen Diskussion schon erste Stimmen, die den angesetzten finanziellen Rahmen als sehr optimistisch bezeichneten.