Barrierefreier Tourismus, das ist doch eigentlich nichts Besonders, sondern das müsste Normalität sein - wurde als Forderung formuliert, von der man aber nicht nur im Elbe-Elster-Kreis in der Masse noch weit entfernt sein dürfte. Aber in der Region arbeitet man seit einigen Jahren intensiv daran, sich diesem Ziel zu nähern. Schrittweise. Stück für Stück.
Zum Beispiel am Falkenberger Kiebitz-See. Monika Mietsch berichtete den Workshopteilnehmern, wie man dort auf Urlaubsgäste mit Handicap eingeht: Die Mitarbeiter seien inzwischen alle entsprechend geschult. Dem Besucher freundlich entgegenkommen, sich seiner Sorgen und Fragen annehmen und entsprechende Hilfe anbieten, das wären Möglichkeiten, vielleicht die eine oder andere noch verbliebene wirkliche Barriere, die am unbeschwerten Urlaub hindere, ein wenig kleiner erscheinen zu lassen. In der Hauptsache Kopfarbeit.
Was nicht heißen soll, dass im Erholungsgebiet entsprechende bauliche Veränderungen ausgeblieben wären. So mancher Bungalow wird zum Beispiel mit Hilfe einer kleinen, von pfiffigen Mitarbeitern Rampe „begehbar“ gemacht. Ein behindertengerechter Schwimmsteg soll den Einstieg ins Wasser erleichtern. Und wenigstens eine behindertengerechte Toilette befindet sich auf dem Gelände des Campingplatzes. Der berühmte Anfang ist gemacht und zeigt erste Erfolge. „Uns besuchen relativ regelmäßig Behindertengruppen aus dem Berliner Raum und aus der Herzberger Förderschule“ , ist von Monika Mietsch zu hören.
Weil die aber nicht nur einen Tag bleiben, sondern über einen längeren Zeitraum, sind Angebote gefragt. Kaum ein Tourismusanbieter in der Region kann die ohne Partner aus dem Ärmel schütteln. Hier setzt die Arbeitsgruppe „Barrierefreier Tourismus im Landkreis“ an. Eine erste Übersichtskarte, die es seit Ende des vergangenen Jahres gibt, listet schon einmal die Angebote auf - ganz grob allerdings nur. „Wir wissen, dass wir daran noch arbeiten müssen“ , beschreibt Anke Richter, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Elbe-Elster, die künftigen Aufgabenstellungen. „Selbst das, was wir schon zusammengetragen haben, müssen wir ständig auf den Prüfstand stellen, hinterfragen, ergänzen und allen zugänglich machen, die mit Tourismus konfrontiert werden.“ Hilfe sei dafür nötig, machte sie ebenso deutlich wie Eleonore Brzezinski vom Haus des Gastes in der Kurstadt. „Wir wollen nicht nur die Bad Liebenwerdaer Angebote vernetzen, sondern die des gesamten Landkreises. Nur so wird es uns gelingen, dass wir Besucher für mehrere Tage in unserer Region halten können“ , sagte diese und berichtete anschließend davon, dass man mit diesem bisher gebündelten Paket intensiver als zuvor bei Messen und im Internet für das Elbe-Elster-Land werbe.
„Das ist mühsam, aber die ersten Buchungen sind daraufhin getätigt worden. Und inzwischen sind bereits die ersten, sehr zufriedenen Gäste wieder nach Hause gefahren“ , freute sich Eleonore Brzezinski. Ihr Wunsch, der gleichzeitig die nun anstehende Aufgabe beinhaltet: „Wir brauchen mehr Anbieter, die sich mit uns vernetzen und über uns vermarkten lassen.“