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Aus der Stadt
Schlossherberge bleibt Streitthema

Uebigau-Wahrenbrück. Beschluss zur Vergabe von Ingenieurleistungen für Brandschutzarbeiten hängt trotz mehrfacher Diskussionen und Erläuterungen zum Vorhaben noch immer in der Luft. Von Sylvia Kunze

Der Gesamtbeschluss zur brandschutztechnischen Ertüchtigung und zum Ausbaukonzept der Schlossherberge in Uebigau ist bereits im Juni vorigen Jahres gefasst worden. Damals fand sich eine knappe Mehrheit, die dem Vorhaben zustimmte. Als es dann aber Ende vergangenen Jahres an die Vergabe von Ingenieurleistungen für den Umbau sowie den technischen Nachweis zum Brandschutz ging, stimmte die Mehrzahl der anwesenden Abgeordneten dagegen. Nach Beanstandung des Beschlusses durch Bürgermeister Andreas Claus und Wiedervorlage der Beschlussvorlage in inzwischen drei Ausschusssitzungen, ist nicht wirklich absehbar, ob dem Vorhaben in der Stadtverordnetensitzung am 14. Februar zugestimmt wird. Womöglich hängt es erneut davon ab, welche Abgeordneten an diesem Abend anwesend sind.

Denn in der nun schon an sich dritten Diskussionsrunde zu diesem Thema ist nicht spürbar, dass sich Wogen glätten würden. Für Bürgermeister Andreas Claus ein Umstand, der ihn bei jeder, sich bietenden Gelegenheit appellieren lässt: „Das städtische Objekt soll weiter betrieben werden, denn es ist für die gesamte Stadt und die Region wichtig.“ Aber: Der Weiterbetrieb stehe und falle mit dem Umsetzen der Brandschutzauflagen. Der Stadt sei dafür schon sehr viel Zeit eingeräumt worden, es seien viele Varianten diskutiert worden - jetzt müsse man handeln, drängt das Stadtoberhaupt, das überzeugt davon ist, dass viele Diskussionen zum Beispiel zu Kosten und Zeiträumen so nicht hätten geführt werden müssen, „wenn alle Abgeordneten an den Sitzungen teilgenommen oder danach wenigstens die Protokolle gelesen hätten“.

Strittig sind nach wie vor die von der begleitenden Stadtsanierungsgesellschaft und der Verwaltung vorgelegten Kostenschätzungen. Die liegen bei etwa 600 000 Euro für die Ertüchtigung in Sachen Brandschutz und weitere 900 000 Euro für das Ausbaukonzept. „Jetzt geht es um den Brandschutz. Was danach noch gemacht wird, obliegt den weiteren Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung“, splittet Claus den Fokus auf den zunächst dringlichen Teil und auf den, der noch warten kann. Aber einige Abgeordnete haben weiter ihre Bedenken. „Das ist ein denkmalgeschütztes Gebäude. Da bleibt es doch nicht bei den Summen“, bleibt zum Beispiel Kurt Tranze skeptisch. Es heißt deshalb abwarten, ob Claus weitere Abgeordnete vom Vorhaben überzeugen kann und wie die Diskussion zur Zukunft der Schlossherberge weitergeht. Denn selbst wenn es ein Ja für die Planungsleistungen am 14. Februar gibt, ist das nur ein Anfang. Weitere Auftragsvergaben ziehen weitere Abstimmungen nach sich.