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| 14:34 Uhr

Sammellleidenschaft
Der irre Duft von Öl und Diesel

Lars Heyde aus Wehrhain sammelt und baut nun schon seit einigen Jahren alte Traktoren wieder auf. Aktuell nennt er sieben solcher Maschinen sein Eigen. Dazu gehört auch diese der Marke John Deere.
Lars Heyde aus Wehrhain sammelt und baut nun schon seit einigen Jahren alte Traktoren wieder auf. Aktuell nennt er sieben solcher Maschinen sein Eigen. Dazu gehört auch diese der Marke John Deere. FOTO: Lindloff
Wehrhain. Lars Heyde aus Wehrhain ist schon seit Jahren den alten Traktoren verfallen. Von Sylvia Kunze

Die letzten Sonnentage hat Lars Heyde noch einmal genutzt, um seine „Schätze“ ins Licht zu rücken. Aufgereiht standen die alten Traktoren auf der Wiese. Sieben sind es derzeit, die sozusagen „zur Familie“ gehören.

Die Leidenschaft für die starken Maschinen hat den Wehrhainer schon vor Jahren gepackt. Damals war er noch im jugendlichen Alter, als ihm die Geschichten vom Opa und seinem einstigen Traktor nicht mehr aus dem Kopf gingen. Mit einem Schlepper, einem Famulus 40, den sein Vater 1996 kaufte, wurde der Funke entzündet. Aber es war rückblickend wirklich nur ein kleiner Funke, denn es vergingen noch ein paar Jahre, bis sich Heyde entschloss, das sehr in Mitleidenschaft gezogene Gefährt zu restaurieren.

Klar, vor schmutzigen Händen dürfe man da keine Angst haben, lacht er. Aber damit habe er ohnehin nie ein Problem gehabt, sagt der gelernte Kfz-Mechaniker. Seine Ausbildung hat er übrigens im Nachbardorf Frankenhain in der Firma von Wilfried Leitlauf absolviert. Die, so meint er heute, sei irgendwie dann auch der Stein des Anstoßes für sein heutiges Hobby gewesen, denn „Wilfried ist selbst ein leidenschaftlicher Sammler“.

„Ich liebe den Geruch von Öl, Diesel und alten Reifen. Den habe ich seit Kindheitstagen in der Nase. Und ich mag es, wenn ich wieder was mit eigenen Händen schaffen kann. Bei den alten Traktoren geht das noch. Die verbaute Technik ist einfach, man kann schalten und walten“, sagt Lars Heyde, der inzwischen schon einige Traktoren wieder auf Vordermann und zu vorzeigbaren Schmuckstücken gemacht hat. Er sei froh, dass gerade kein neues Angebot auf dem Tisch liege, bei dem er vermutlich nicht nein sagen könne, denn die Technik, auch wenn sie alt ist, soll nicht draußen stehen – aber der vorhandene Platz ist momentan bis auf den letzten Zentimeter ausgereizt. Der Famulus, mit dem alles begann, ist übrigens noch immer dabei. Andere Modelle sind durchaus schon gekommen und wieder gegangen, also aufgepeppt verkauft worden.

Und was wäre ein Traktorenfan ohne Traktoren- bzw. Oldtimertreffen? Die müssen sein, sind das Salz in der Suppe – ist der Wehrhainer überzeugt. Er ist mehr oder weniger regelmäßiger Gast bei Treffen in Leipzig, Axien, Almosen, Koßdorf und Kemnitz (in der Oberlausitz). In dem Dorf im Landkreis Löbau-Zittau, nahe am Dreiländereck Deutschland, Tschechien und Polen, ist Lars Heyde 2013 sogar Weltmeister geworden: Weltmeister im Steinwalze ziehen mit einem Oldtimertraktor bis 125 PS. Der heute 39-Jährige liebt nämlich die Herausforderung. Sein aktueller Plan: Beim Traktorpulling in Riesa als Showact den Anfang machen.

„Meine Traktoren sind zum Fahren da. Ich fahre mit ihnen auch über einen Acker und durch den Wald. Das müssen sie abkönnen“, macht Lars Heyde deutlich, was ihn vielleicht von so manchem anderen Oldtimerfan unterscheidet.

Noch etwas ist ihm wichtig zu erwähnen: „Ohne meine Familie, meine Freundin, aber auch ohne meine Freunde als Rückhalt könnte ich das nicht machen. Ich bin froh, dass sie hinter mir und meinem Hobby stehen.“

So sieht es aus, wenn seine alten „Schätzchen“ vor der Winterruhe noch einmal Frischluft schnuppern dürfen.
So sieht es aus, wenn seine alten „Schätzchen“ vor der Winterruhe noch einmal Frischluft schnuppern dürfen. FOTO: privat