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| 14:51 Uhr

Ehrenamtler sorgen für Sicherheit
Wasserwacht sichert den Badespaß

Seit wenigen Tagen verfügt die Falkenberger Wasserwacht über ein Einsatzquad. Bevor es genutzt werden kann, weist Aron Trippner  die am See Diensthabenden René Granzow, Michèle Schulz, Jennifer Schlieben und Stephan Thiele ein (v.l.).
Seit wenigen Tagen verfügt die Falkenberger Wasserwacht über ein Einsatzquad. Bevor es genutzt werden kann, weist Aron Trippner die am See Diensthabenden René Granzow, Michèle Schulz, Jennifer Schlieben und Stephan Thiele ein (v.l.). FOTO: Dieter Müller
Falkenberg. Am Falkenberger Kiebitz-See wird in der Sommersaison gut aufgepasst. Von Sylvia Kunze

Sonne satt in diesen Tagen und Badespaß vom Feinsten! Selbst das Wasser im Falkenberger Kiebitz-See hat sich bis auf angenehme 26 Grad Celsius erwärmt. Doch was für den einen das reine Vergnügen ist, ist für andere Stunde um Stunde echt harte Arbeit. „Viele sehen die Rettungsschwimmer nur rumsitzen. Aber acht Stunden bei über 30 Grad Celsius auf das Wasser schauen, ist nicht zwangsläufig ein Vergnügen“, sagt Aron Trippner, Leiter der Falkenberger Wasserwacht, die in den Sommermonaten am Kiebitz-See den Badebetrieb absichert.

Die dem Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Lausitz, zugehörige Truppe arbeitet nun schon seit Jahren auf Anforderung der Stadt Falkenberg. Laut Vertrag ist an den Wochenenden der Badebetrieb auf Abruf (insbesondere dann, wenn es sich abzeichnet, dass ein schöner Badetag bevorsteht) abzusichern. Und schöne Tage hat dieser Sommer inzwischen schon weitaus mehr als in den Vorjahren bereitgehalten.

Was alle freut: „Bisher lief die Saison, bis auf zwei kleinere Einsätze, ohne besondere Vorkommnisse. Wir hoffen, dass es so bleibt. Auf der einen Seite steigt bei so einem langen und heißen Sommer die Gefahr von Badeunfällen. Auf der anderen Seite beanspruchen die heißen Temperaturen die Nerven und die Konzentration der Rettungskräfte enorm“, berichtet Trippner und bekräftigt, dass so ein Acht-Stunden-Dienst schlaucht.  

Zumal sich der auf nicht so vielen Schultern verteilt. 42 Mitglieder zählt die Falkenberger Wasserwacht-Gruppe derzeit. „Davon sind etwa 10 bis 15 Kameraden tatsächlich aktiv tätig. Der Rest sind zahlende Mitglieder sowie Kinder und Jugendliche“, rechnet der Chef der Truppe vor. „Ich wünschte, es wären mehr, die im Sommer mit Dienst machen. Das würde zur Entlastung aller Kameraden führen. Leider ist das Interesse an ehrenamtlichen Tätigkeiten bei den meisten Jugendlichen in der heutigen Zeit verloren gegangen. Deshalb ist es schwer, Verstärkung für unsere Gruppe zu bekommen. Wir freuen uns über jeden, der sich entschließt, bei uns aktiv zu werden.“

Der Alltag am See gestaltet sich für die Wasserretter sehr unterschiedlich. Mal gibt es ruhige Tage, mal hektischere. Zusätzlich wird auch Schwimmunterricht für Kinder und Erwachsene angeboten. „Wir freuen uns vor allem dann, wenn wir Menschen helfen konnten. Manchmal kommt sogar der eine oder andere später mal wieder vorbei und bedankt sich noch einmal persönlich. Dann weiß man, dass unsere Arbeit doch anerkannt und respektiert wird“, so Aron Trippner.

Einschreiten müssen die Wasserwachtler zum Glück eher selten. Und selbst wenn hin und wieder Jugendliche oder Hundebesitzer an die geltende Haus und Badeordnung erinnert werden müssten, seien die meisten von ihnen einsichtig.

Allein im Sommer komme man im Schnitt pro Jahr auf etwa  600 Dienst-Stunden am Kiebitz-See. Ob es diese Saison mehr werden,  bleibe abzuwarten. Aber es deute sich an, denn bisher stünden schon knapp 500 Stunden zu Buche.

Und nach dem Sommer fallen die Wasserretter keineswegs in den Winterschlaf. Sie sind das gesamte Jahr über aktiv. „Denn nach der Saison ist vor der Saison, eine Pause ist auch außerhalb des Sommers nicht groß drin. Im Herbst starten wir wieder mit der Rettungsschwimmerausbildung.

Ab Oktober sind wir regelmäßig in Holzdorf in der Schwimmhalle anzutreffen. Aber auch die theoretische Ausbildung steht auf unserem Plan“, erzählt Aron Trippner. „In Sachen Nachwuchsgewinnung sind wir unter anderem im Ganztagsschulprojekt aktiv. Zur Zeit sind wir in der Ober- und Grundschule Falkenberg gelistet.“

Die Falkenberger Wasserwacht-Gruppe ist darüber hinaus bei der Leitstelle Lausitz als „Helfer vor Ort“ registriert. Im Falle eines Notrufes im Nahbereich des Kiebitz-Sees werden die Kameraden der Wasserwacht parallel mit dem Rettungsdienst alarmiert. Damit soll sichergestellt werden, dass im Notfall schnellstmöglich Hilfe gewährleistet wird. „Wir haben speziell dafür ein Einsatzquad beschafft, um unsere Einsatzzeiten zu verkürzen“, so der Leiter der Truppe.

Außerdem ist die Wasserwacht seit 2014 im Katastrophenschutz mit der „SEG Wassergefahren“ tätig. Diese Einheit kommt bei Hochwasserlagen oder Katastrophen am und im Wasser zum Einsatz. Und wenn dann noch Zeit bleibt, kann man die Falkenberger Wasserretter auch bei Sanitätsdienstabsicherungen bei verschiedenen Veranstaltungen treffen. Sie sind zum Beispiel nun schon seit mehreren Jahren beim Oktoberfest in München an der Elster, beim Goodwill Day in Herzberg, beim Strandfest in Falkenberg und bei den Reitveranstaltungen im Gestüt „Am Schappin“ dabei.

Interesse mit dabei zu sein? E-Mail: Kreisleiter-Wasserwacht@drk-lausitz.de