ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:13 Uhr

Körba
Der Wasserstand sinkt immer mehr

 Willi Arndt aus Dahme schaut regelmäßig am Körbaer Teich vorbei. Mit Sorge beobachtet auch er, wie der Wasserstand des Sees schon seit dem vergangenen Jahr Zentimeter um Zentimeter sinkt. Der Pegelmesser steht inzwischen im Trockenen.
Willi Arndt aus Dahme schaut regelmäßig am Körbaer Teich vorbei. Mit Sorge beobachtet auch er, wie der Wasserstand des Sees schon seit dem vergangenen Jahr Zentimeter um Zentimeter sinkt. Der Pegelmesser steht inzwischen im Trockenen. FOTO: Dieter Müller
Körba. Der Körbaer Teich treibt so manchem Anrainer und Gast die Sorgenfalten auf die Stirn. Mit so wenig Wasser war er schon lange nicht mehr gefüllt. Entwarnung kann es nur geben, wenn es anfängt, ausgiebig zu regnen. Doch davon ist erst einmal keine Rede. Von Sylvia Kunze

„Viele Bewohner, Urlauber und Besucher, aber auch die Gaststättenbetreiber sowie viele Bungalowvermieter stellen sich momentan die Frage: Wie geht es mit den Erholungsgebiet Körbaer Teich weiter?“ - so beginnt ein Schreiben des Rundschau-Lesers Michael Lenz an die Redaktion.  Das aus seiner Sicht momentan größte Problem ist für keinen, der am See steht, zu übersehen: der Wasserniedrigstand, der seit dem vergangenen Jahr Monat um Monat mehr zunimmt. „Die Ämter müssten doch einen Plan haben, wie sie dem anhaltenden Wasserverlust entgegenwirken könnten“, meint Lenz.

Kein Plan, um Wasserverlust entgegenwirken zu können

Und? Haben sie? „Nein“, sagt Harald Kutscher, Leiter des Bauamtes im Amt Schlieben, ganz deutlich. „Wenn ein Himmelsteich wie der in Körba aus keiner Quelle gespeist wird, sondern auf Zufluss bzw. Niederschläge von oben angewiesen ist, dann helfen alle Bauwerke, die der Mensch schaffen kann, nichts“, konstatiert Kutscher — auch mit Blick auf Baumaßnahmen am See.

Die hat es gegeben. In erster Linie, um Wasser aus umliegenden Gräben zum See zu leiten bzw. im See zu halten. Doch „die Gräben rundum sind seit Herbst trocken. Selbst nach Regengüssen füllen sie sich nicht mehr ausreichend, um auch Wasser zum Körbaer Teich zu befördern. Dort kommt seit Monaten kein Wasser mehr an. Und was verdunstet, das ist nicht unerheblich. Selbst bei solchen Temperaturen wie jetzt, die ja noch gar keine Temperaturen sind“, sagt der Bauamtschef. Zudem macht er deutlich, dass der Teich schon immer relativ viel von den Wintern „gezehrt“ habe. „Aber im zurückliegenden Winter haben wir ihn wegen der wenigen Niederschläge auch nicht wieder voll bekommen. Und wer aufmerksam Presse, Funk und Fernsehen verfolgt weiß, dass wir mit diesem Problem nicht alleine dastehen. Vielen Seen im Land geht es ähnlich“, so Kutscher.

Wasserstand schon all die Jahre ein Auf und Ab

„Die Situation ist für alle Beteiligten schlimm“, weiß der Schliebener Amtsdirektor Andreas Polz. „Es gab jedoch schon immer magere und fette Jahre“, blickt er mit Bezug auf den Wasserstand zurück. Aufzeichnungen, die Harald Kutscher in der Hand hält, belegen das. Jüngste Messungen an der neu an der Staumauer angebrachten Pegellatte weisen Höchstwerte von 130 (April 2018), 131 (April 2017), 130 (Juni 2016) und 78 (April 2015) aus. Niedrigste Werte dort waren 20 (Ende 2015), 62 (November 2017). Inzwischen sei das Messen des Wasserstandes an dieser Stelle gar nicht mehr möglich. Der Pegel liegt deutlich unter der Latte.

Wasser „nachfüllen“ ist keine Option

Und Wasser „nachfüllen“? „Würden wir von der Naturschutzbehörde gar nicht genehmigt bekommen“, sagt Kutscher und fordert auf, Aufwand und Nutzen gegenüberzustellen.  Zudem erinnert er, dass es schon solche Versuche, noch „zu tiefen DDR-Zeiten“, gegeben habe. Das Pumpen blieb ohne Erfolg.

„Das Wasser ist nicht auf ewig verschwunden“, ist sich Polz mit Blick auf die vergangenen Jahre und den immer wieder stark schwankenden Wasserstand des Körbaer Teichs sicher. Die Situation sei durchaus für alle Beteiligten schlimm, sieht auch er. Die Natur leide ebenfalls darunter, ist Polz überzeugt.

 Der Steg führt eigentlich ins Wasser. Aber der Körbaer Teich verkümmert mehr und mehr zur Pfütze.
Der Steg führt eigentlich ins Wasser. Aber der Körbaer Teich verkümmert mehr und mehr zur Pfütze. FOTO: Dieter Müller