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| 02:40 Uhr

Wasserratten schwimmen bei Flutlicht

Insgesamt 774 Kilometer haben die Starter im Wasser zurückgelegt.
Insgesamt 774 Kilometer haben die Starter im Wasser zurückgelegt. FOTO: Seitz
Tröbitz. 135 Teilnehmer haben am Wochenende beim 3. Tröbitzer 24-Stunden-Schwimmen ihre Bahnen gezogen. Insgesamt schwammen die Starter 774 Kilometer. Mit 30 000 Metern legte Jörg Leminski die weiteste Strecke zurück. Sarah Seitz

Die Augen hinter der Taucherbrille, auf dem Kopf die blaue Badekappe mit der leuchtend gelben Startnummer. Ein Sprung ins 22 Grad warme Wasser und schon geht es los. Kraulen, Brustschwimmen und zur Entspannung auch einmal eine Bahn Rückenschwimmen. Während die Teilnehmer des 3. Tröbitzer 24-Stunden-Schwimmens im Wasser ihr Bestes geben, bleiben am Beckenrand zahlreiche Helfer wachsam und zählen jede geschwommene Bahn.

Als Eva Bergmann nach einer Stunde aus dem Wasser steigt, hat sie schon 600 Meter geschafft. Zum ersten Mal nimmt die Zehnjährige am Stunden-Schwimmen teil und zieht nicht nur als Einzelkämpferin ihre Bahnen, sondern unterstützt auch ihre Mannschaft, die "Turtles" aus Doberlug-Kirchhain.

Wie Eva gehen noch 134 weitere Teilnehmer rund um die Uhr an den Start. Selbstverständlich auch nachts. Dann ist das Becken mit zahlreichen LEDs und Flutlicht ausgeleuchtet. "Hier muss natürlich keiner im Dunkeln schwimmen", sagt Bürgermeister Holger Gantke. Dafür hat er noch am Abend zuvor auf einer Hebebühne die Strahler installiert. "Es ist immer viel Vorbereitungsarbeit. Aber wenn dann alles so gut läuft, ist es umso erfreulicher", sagt der 53-Jährige und weiß, dass er sich bei der Organisation vor allem auf Karla Fornoville und Carola Jann-Lück hundertprozentig verlassen kann.

Bei Karla Fornoville konzentriert sich schon Monate im Voraus alles auf dieses eine Wochenende des Stunden-Schwimmens. Sponsoren finden, Helfer zusammentrommeln, Anmeldungen entgegennehmen. Von der Technik über die Versorgung bis hin zu den Kulis, mit denen die Kreuzchen auf den Starterzetteln gesetzt werden, muss an alles gedacht werden. "Meine vier Kinder und mein Mann, sie sind alle dabei und machen mit", freut sich die 39-Jährige über die Unterstützung der Familie.

Nicht nur der eigene Ehrgeiz treibt die Starter an, sondern auch ein Versprechen der Sparkassenstiftung "Zukunft Elbe-Elster-Land": Für jeden geschwommenen Kilometer will die Stiftung einen Euro geben. "Und dieses Geld kommt dann wieder unserem Bad zugute", erklärt Karla Fornoville. Auch sie selbst hat schon ein paar Kilometer im Wasser zurückgelegt.

Am Samstagnachmittag ist sie allerdings nicht im Badeanzug, sondern auf Inline-Skates unterwegs. So wie auch Ganna Engelmann und Svetlana Waimert. Zusammen bieten sie einen Inline-Skating-Schnupperkurs an. "Unsere Gruppe wird durch die Initiative "Integration durch Sport" gefördert. Das heißt, bei uns trainieren Migranten und Nicht-Migranten und haben Spaß zusammen", erklärt Ganna Engelmann. Einmal in der Woche schnallen sie sich die Rollen an die Füße, spielen Hockey, fahren in der Halle und unternehmen im Sommer auch längere Touren in der Umgebung. Neu ist: "Seit diesem Wochenende sind wir offiziell eine Abteilung des Sportvereins Blau-Weiß Tröbitz", freut sich Ganna Engelmann.