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Was Rapunzel mit Schlieben verbindet

Die Schliebener "Lesemäuse" freuen sich über eine Spende vom Friseurmeister und seinem Team.
Die Schliebener "Lesemäuse" freuen sich über eine Spende vom Friseurmeister und seinem Team. FOTO: Schule
Leser schreiben. Lehrerin Sabine Tischer berichtet von einem besonderen Erlebnis der Schliebener "Lesemäuse": Sie kennen doch sicher das Märchen von Rapunzel — eine Geschichte der Gebrüder Grimm, in der ein hübsches Mädchen einsam in einem Turm gefangen sitzt, abgeschnitten von der Außenwelt. Nur über ihr zauberhaftes Haar gelangt man hinauf in den Turm.

Haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, wie man so langes Haar pflegt? Welcher Friseur kümmerte sich je um diese Haarpracht? Mit großer Wahrscheinlichkeit wissen das auch die "Lesemäuse" aus der Schliebener Schule nicht. Gewiss haben sie schon gemeinsam mit Bibliothekar Carsten Neubauer dieses Märchen gelesen. Doch dann passierte etwas Unglaubliches! In die gemütliche Schmökerstunde der "Lesemäuse" kam doch tatsächlich Friseurmeister Ralph Krall-Förster. Erst vor wenigen Wochen eröffnete er - gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Andreas Förster das Friseurgeschäft "Hair Design" am Ernst-Legal-Platz. Zur Einweihung hatten die Mitarbeiter eine Tombola zugunsten der Schliebener Schul- und Stadtbibliothek gestartet. Der Besucherandrang war groß, die Teilnahme an der Tombola hervorragend. Davon zeugt das Endergebnis. Die Summe wurde nochmals kräftig von beiden aufgestockt und so konnte Bibliothekar Carsten Neubauer glücklich einen Spendenscheck in Höhe von 250 Euro entgegennehmen. "Wir wissen", sagte Ralph Krall-Förster, "wie wichtig das Lesen für die heutige Bildungsarbeit ist. Um die Lesekompetenz optimal zu fördern, bedarf es guter Rahmenbedingungen. Diese Schule hat das Glück, eine Bibliothek zu besitzen, in der die Kinder einen Raum zum Lesen, Träumen und Erzählen haben. Das unterstützen wir gern und sind davon überzeugt, dass der Spendenerlös eine gute Investition für die Kinder und alle anderen Nutzer dieser Bibliothek ist." Dem Friseurmeister und seinem Mitarbeiterteam wurde dabei auf ganz besondere Weise gedankt: Die Grundschulkinder bastelten einen kleinen Märchenturm mit ihren persönlichen Fotos. Und wer genau hinschaut, entdeckt dort Rapunzels märchenhaften Zopf.

Schule in Elsterwerda einmal anders

Carola Neustadt von der Oberschule Elsterwerda schreibt über einen besonderen Unterricht.

An den beiden letzten Tagen vor den Osterferien erlebten die Schüler der Oberschule Elsterwerda fächerübergreifenden Unterricht. Während die Zehntklässler über den Aufgaben der Deutsch- und Mathematikvorprüfung schwitzten, waren die 7. bis 9. Klassen mit Themen rund um das Osterfest beschäftigt. Sportlich ging es zum Beispiel in der Turnhalle beim Eierlauf zu. Aus der Schülerküche duftete es lecker nach frisch gebackenem Kuchen. Die Chemielehrer zeigten, wie Eier ganz ohne Chemie biologisch mit Zwiebelschalen, Holunder-, Blaubeersaft, Spinat, Kurkuma oder Roter Bete gefärbt werden können. Beim Herstellen von Kerzenständern aus Salzteig, dem Gestalten hübscher Karten oder dem Basteln von Osterküken aus Wollresten waren der künstlerischen Freiheit keine Grenzen gesetzt. Dagegen musste im Mathematik- raum genau nach Vorschrift gearbeitet werden, um nur mit Zirkel und Lineal einen Hasen zu konstruieren. Außerdem war logisches Denkvermögen gefragt, damit aus allen Tangram-Teilen eines Eies dieses selbst wieder oder Küken, Schwäne bzw. andere Tiere zusammengelegt entstanden. Wissenswertes zu Osterbräuchen, Geschichten, Lieder und ein Quiz hatten die Fachlehrer Deutsch, Englisch, Russisch, Französisch, Musik und LER vorbereitet. Die selbst gefärbten Eier wurden aufgegessen und das in das Projekt verpackte Wissen sowohl handlungsorientiert, kreativ-aktiv als auch spielerisch aufgenommen.

Schönewalder Kinder lösen einen Mordfall

Jana Kurzrock und Kathrin Kopka, beide Lehrerinnen in der Schönewalder Grundschule, berichten von einer Lesenacht:

Ach, wie gut, dass niemand weiß… Die besten Leseratten der Klassen 3 bis 6 der Grundschule "Otto Nagel" Schönewalde lösten den Mordfall an dem gestiefelten Kater im Märchenwald. Unsere traditionelle Lesenacht führte uns wieder nach Uebigau in die Schlossherberge. Das Highlight war das Kinderkrimi dinner "Mord á la carte". Die Theaterloge Luckau verdächtigte den halben Märchenwald. Unser Sieger des Schulvorlesewettbewerbs Miguel löste den Kriminalfall souverän und bekam als Belohnung einen Batzen Schweigegold und wir alle mussten schwören, den Täter nicht zu verraten. Ein Lob für die Bibliothekarin Frau Petri für die kriminelle Aktion. Nun geben wir beim Lesen Gas, damit wir bei der nächsten coolen Lesenacht wieder dabei sein dürfen.