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Was ein KZ mit Rosen verbindet

Auf 16 Schautafeln ist die Ausstellung "Die Rosen von Ravensbrück" untergebracht, die jetzt in der KZ-Gedenkstätte in Schlieben-Berga zu sehen ist. Zur Eröffnung gab Kuratorin Ursula Pieschel (2.v.l.) eine Einführung.
Auf 16 Schautafeln ist die Ausstellung "Die Rosen von Ravensbrück" untergebracht, die jetzt in der KZ-Gedenkstätte in Schlieben-Berga zu sehen ist. Zur Eröffnung gab Kuratorin Ursula Pieschel (2.v.l.) eine Einführung. FOTO: sk
Schlieben. In der aktuellen Wanderausstellung in der Gedenkstätte vom einstigen KZ-Außenlager in Schlieben-Berga findet der Besucher interessante Fakten zum Thema. Sylvia Kunze

Seit 2014 wachsen sie auch in Schlieben-Berga: die Rosen von Ravensbrück. 100 Pflanzen kamen damals von der Vereinigung der französischen Häftlingsfrauen von Ravensbrück und wurden in Ravensbrück und in ehemaligen KZ-Außenlagern gepflanzt, in denen Französinnen inhaftiert waren, also auch in Schlieben, wo etwa 150 Frauen - unter ihnen Sinti und Roma, Belgierinnen und Französinnen - inhaftiert waren. Anlass war der 70. Jahrestag der Befreiung der Lager im darauffolgenden Jahr. Was es mit diesen Rosen und der Rose an sich im Zusammenhang mit Konzentrationslagern auf sich hat, erklärt eine Wanderausstellung, die am Wochenende in der Gedenkstätte in Berga eröffnet worden ist.

Die Ausstellung "Die Rosen von Ravensbrück" ist auf 16 Schautafeln untergebracht. "Rosen spielten für die Frauen, die während des 2. Weltkriegs in Ravensbrück inhaftiert waren, im KZ eine bedeutende Rolle", macht Ursula Pieschel, Kuratorin der Ausstellung, deutlich. Sie habe als ein Zeichen der Freundschaft gedient und auf ein Leben jenseits der Mauern und des Stacheldrahts verwiesen. Auf Zeichnungen, in Stickereien, in Gedichten oder auf heimlich gefertigten Glückwunschkarten sei das Zeichen der Rose überaus verbreitet gewesen, hat man bei der Aufarbeitung der Lagergeschichte(n) herausgefunden. Ursula Pieschel verweist aber auch darauf, dass die Rose eine Pflanze ist, die immer wieder Pflege braucht, um zu gedeihen.

Wohl auch deshalb haben sie französische Frauen, die das Ravensbrücker Konzentrationslager überlebten, nach der Befreiung zum Symbol ihres neuen Lebens und des mahnenden Gedenkens gemacht. Es wurde sogar eigens eine "Ravensbrücker Rose" gezüchtet. Tausende Blumen dieser Züchtung fanden daraufhin sowohl in der Gedenkstätte des einstigen Lagers in Ravensbrück ihren Platz, als auch in zahlreichen Außenlagern, darunter auch in Schlieben-Berga.

Dort werden sie seitdem gehegt und gepflegt, aber Wildfraß setzte den zarten Geschöpfen übel zu. Nur noch wenige Pflanzen sind übrig. "Denen haben wir jetzt einen neuen Platz gegeben und mit einem Maschendrahtzaun geschützt", berichtet Dr. Jürgen Wolf vom Vorstand des Vereins, der sich um die Gedenkstätte kümmert. Der neue Platz und die "Unterschutzstellung" als Art der Pflege werden von den Pflanzen belohnt. "Die erste Rose hat eine Knospe angesetzt", freut sich Wolf, "jedoch ist sie leider noch nicht aufgeblüht, dass wir sie heute schon in ihrer Schönheit bewundern könnten", setzt er am Rande der Ausstellungseröffnung hinzu.

Zum Thema:
Die Wanderausstellung ist noch bis zum 24. November in der KZ-Gedenkstätte in Schlieben-Berga zu sehen. Geöffnet ist montags bis donnerstags von 8 bis 14 Uhr, freitags von 8 bis 12 Uhr sowie bis 15. Oktober auch samstags von 14 bis 17 Uhr, danach über den Winter nur noch jeden ersten Samstag im Monat von 14 bis 17 Uhr. www.schlieben-berga.de