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| 14:33 Uhr

Klimawandel
Warum kommt es immer häufiger zu Wetterextremen?

Immer mehr Kraftfahrzeuge verursachen immer mehr Abgase und Luftverschmutzung.
Immer mehr Kraftfahrzeuge verursachen immer mehr Abgase und Luftverschmutzung. FOTO: dpa / Franziska Kraufmann
Falkenberg. Der Falkenberger Naturschützer Dieter Lehmann sieht ein globales Versagen als Grund für den Klimawandel. Von Dieter Lehmann

Ein regionaler Wetterrückblick sollte uns nachdenklich werden lassen! Beide Monate waren so heiß wie noch niemals zuvor seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland im Jahr 1881. Und zu trocken außerdem!

Nach einem etwas unterkühlten März explodierte im April mit der einsetzenden Wärme die Vegetation schlagartig. Aber es regnete nicht. Es war zu trocken, zu sonnig und vor allem zu warm. So gab es zunehmend Probleme mit einer sich immer mehr verstärkenden Trockenheit. Das frühlingshafte Grün der Wiesenflächen verwandelte sich schnell in ein fahles Gelb der immer lebloser werdenden landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Lage für unsere Landwirtschaftsbetriebe ist „ernst bis dramatisch“, beschrieb Dorsten Höhne, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Elbe-Elster, in einem RUNDSCHAU-Artikel vom 15. Juni die Situation. Missernten stehen bevor oder sind sogar schon eingetreten. Die Existenz nicht weniger Landwirtschaftsbetriebe ist gefährdet! Sie benötigen finanzielle Hilfen und Unterstützung nicht nur von der Europäischen Union, sondern auch vom Land Brandenburg. Wird sie kommen? Im Land Sachsen hat man bereits reagiert.

Aber nun zur eigentlichen Frage: Warum kommt es immer häufiger zu derartigen Wetterextremen? Nicht nur bezüglich der jetzigen Trockenheit, sondern auch im Rückblick auf die vier Extremstürme, die wir von Juni 2017 bis Januar 2018 erleben mussten. Sie zerbrachen, entwurzelten und zerstückelten massenhaft Bäume. Noch heute sind die Baumleichen vielerorts in unseren Wäldern zu sehen. Wir sind im Klimawandel angekommen! Es wird wärmer auf der Erde. In Deutschland beträgt die Erwärmung gegenwärtig etwas über ein Grad Celsius. Auf Grönland hingegen sind es schon erschreckende fünf Grad. Die Eisgletscher schmelzen rasant, die Meeresspiegel steigen.

Seit dem 4. November 2016 ist der neue internationale Klimavertrag in Kraft, der auf der 21. Weltklimakonferenz in Paris beschlossen wurde. Ein Meilenstein des Abkommens war, dass es auch von China und den USA ratifiziert wurde. Doch US-Präsident Trump hat inzwischen schon den Ausstieg seines Landes verkündet. Auch Deutschland wird seine einst gesteckten Klimaziele weit verfehlen. Vor zehn Jahren hatte sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu reduzieren. Das ist nicht mehr zu schaffen, denn bisher sind es nur etwa 28 Prozent.

Das größte Problem ist der Straßenverkehr. Gegenwärtig sind hierzulande fast 64 Millionen motorgetriebene Straßenfahrzeuge zugelassen. Wenn man bedenkt, dass Deutschland nur rund 83 Millionen Einwohner hat – Kinder und alte Menschen mit einbegriffen – dann ist dies unverhältnismäßig. Unsere Straßen quellen über. Sie müssen verbreitert werden, neue müssen gebaut werden. Bäume, die dabei hinderlich sind, werden gefällt.

Jegliches hat seine Zeit: Bäume pflanzen, Bäume abhauen. Doch Bäume sind unverzichtbar beim Klimaschutz, denn sie speichern das nachteilige Kohlendioxid. Aber der Baumbestand auf unserer Erde nimmt dramatisch ab.

Wir sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen!