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| 15:35 Uhr

Schulsanierung in Schlieben
Das lange Warten auf das liebe Geld

Schlieben. Platznot in Schliebener Grund- und Oberschule. Fällige Bauvorhaben können wegen fehlender Mittel nicht beginnen. Von Sylvia Kunze

Noch im Vorjahr hat Amtsdirektor Andreas Polz erleichtert durchgeatmet, als nach einem längeren Disput mit dem Kreis eine Einigung hinsichtlich der Schule in Schlieben erfolgte. Die Bildungseinrichtung in Trägerschaft der Stadt Schlieben erhält künftig regelmäßige finanzielle Unterstützung durch den Kreis. „Eine nicht unwesentliche“, schätzt der Amtsdirektor ein. Zu Beginn des Jahres schob er dann beim Neujahrsempfang des Amtes Schlieben recht optimistisch nach: „Letztlich sind dadurch in 2018 Investitionen in einer Höhe von 42 700 Euro erst möglich geworden – und die Durchführung weiterer Investitionen in einer Höhe von rund einer Million Euro wird realistischer.“

Aber der Optimismus schwindet mehr und mehr. Mit dem Wissen, dass ständig steigende Schülerzahlen zu immer weniger Platz in der Schule führen, muss gehandelt werden. Eine, die baldige Verbesserungen kaum noch abwarten kann, ist Hortleiterin Carmen Bretschneider. Sie betreut mit ihren Mitstreiter/innen derzeit 110 Kinder. Der Schliebener Hort ist damit bis auf den letzten Platz besetzt. „Einige Räume, die wir nutzen, erleben eine ständige Doppelnutzung: vormittags Klassenzimmer, nachmittags Hortraum. Das ist keine schöne Situation. Einen Gruppenraum kann man wesentlich schöner einrichten, als so einen schnöden, funktionalen Klassenraum.“

Sie klagt über die beengten Verhältnisse ebenso wie über nicht zu vermeidenden Lärm, der sich im Schulhaus entwickelt, wenn die Mädchen und Jungen ihre Freizeit genießen. Bei den zurückliegenden Schulanmeldungen der zukünftigen Abc-Schützen sei immer wieder die Frage aufgekommen, wann sich diese Platzsituation verbessere, berichtet sie weiter.

Auch Schulleiter Jochen Haase hat schon mehrfach auf die beengten Verhältnisse für die inzwischen um die 300 Schüler hingewiesen. Sie nehmen den Weg auf sich, weil das Schliebener Schulzentrum mit Grund- und Oberschulteil einen guten Stand habe, ist er überzeugt. Ihnen noch bessere Lernbedingungen vor Ort zu bieten, sei deshalb oberstes Gebot.

Akuter Handlungsbedarf besteht zum Beispiel beim überholenswerten Zustand des Fachraums für Wirtschaft-Arbeit-Technik. Für den sei auch eine Sanierung geplant, berichtet der Schliebener Bauamtsleiter Harald Kutscher. Selbst Fördermittel aus dem Sonderprogramm Bildungsinfrastruktur stehen dafür (theoretisch) bereit. Sie müssen aber per Antrag beim Bildungsministerium des Landes abgefordert werden.

„Und dieser Antrag liegt nun schon seit dem 26. April 2018 in Potsdam“, ärgert sich Kutscher über das langsame Arbeiten der Bürokratie. „Erst hieß es ‚keine Leute’, dann ‚ist in der Bearbeitung’. Ja, wie lange denn noch?“ Und vorher anfangen, das werde man nicht tun. Schlimmstenfalls sei das dann wieder förderschädlich und Geld werde gekürzt. Das könne sich die Stadt Schlieben nicht leisten, die mit ihren knappen Finanzmitteln nicht auf einen einzelnen Euro Zuschuss verzichten wolle. Also heißt es weiter: Warten.

Ebenso wie beim geplanten Schulanbau am Haus III. Für die drei zusätzlichen Schulräume, die mit dem Anbau entstehen sollten, hatten die Schliebener Amts- und Stadtverantwortlichen gehofft, Zuschüsse aus dem Stadt-Umland-Wettbewerb zu bekommen. Die wird es vorerst nicht geben. „Wir haben erst kürzlich in Finsterwalde zusammengesessen“, berichtet der Bauamtsleiter. „Es ist kein Geld mehr frei. Bis 2021 wird sich über diese Schiene nichts tun. Höchstens, wenn einer der Partner geplante und bewilligte Projekte nicht umsetzt und deshalb wieder Geld freiwerden würde“, umreißt Kutscher die Situation.

Die Hoffnung aufgeben will er deshalb aber nicht. Er bekräftigt: „Vielleicht gibt es ja noch ein neues Programm. Wir bleiben da dran, eine Finanzierung auf die Beine zu stellen, denn die Baugenehmigung für den Anbau liegt schließlich schon auf dem Tisch.“