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| 14:02 Uhr

Herzberg
Bekämpfung nun doch nicht nötig

Herzberg. Wald-Schadinsekten in keinem besorgniserregenden Ausmaß festgestellt. Von Sylvia Kunze

Während in dieser Woche großflächige Pflanzenschutzmaßnahmen in brandenburgischen Wäldern gestartet sind, kommt der Bereich Elbe-Elster entgegen ersten Prognosen zu Jahresbeginn doch ohne derartige chemische Keulen aus. Uwe Lewandowski, Leiter der Oberförsterei Hohenleipisch und aktuell auch für die Oberförsterei Herzberg zuständig, kann Entwarnung in Bezug auf die Forleule geben, die sich in einigen Wäldern der Region in Massen auszubreiten drohte.

Der Blick zurück: Noch Anfang Frühling war eine Massenausbreitung der Forleule nicht auszuschließen. Basis dafür waren die Ergebnisse der Winterbodensuche. Besorgniserregende Daten waren in den Wäldern der Gemarkungen Schlieben, Krassig, Freileben, Naundorf, Werchau, Hohenbucko, Proßmarke, Körba und Lebusa notiert worden.

Das mögliche Szenario: Die Forl­eulen-Raupen können an der Gemeinen Kiefer bei Massenvermehrungen schwerwiegende Schäden anrichten. Am stärksten gefährdet wären 40- bis 80-jährige reine Kiefernbestände in trockeneren Gebieten. Die frisch geschlüpften Eiraupen fressen die sich öffnenden Knospen und frischen Triebe. Schlimmstenfalls folgt danach ein Kahlfraß der vorhandenen Nadeln, was bis zum Absterben der betroffenen Bäume führen kann.

Der aktuelle Sachstand: Nach den Ergebnissen der Winterbodensuche habe man in den gefährdeten Gebieten die Überwachung der Schadinsekten intensiviert, berichtet Uwe Lewandowski. Man habe Probefällungen und Eizählungen in den Kronen vorgenommen. Diese hätten keine so große Gefährdung der Waldgebiete erkennen lassen, wie es anfangs zu vermuten war, berichtet der Forstfachmann weiter.

Das Wetter, insbesondere die Wärme nach Ostern, habe in diesem Fall den Schädlingen übel mitgespielt. „Die hätten zu diesem Zeitpunkt eher kühle Temperaturen benötigt, um sich weiterzuentwickeln. Das war aber nicht der Fall, weshalb die zuerst befürchtete massenhafte Vermehrung ausgeblieben ist“, erläutert Lewandowski, warum von großflächiger Bekämpfung nun doch Abstand genommen werden kann.