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| 15:38 Uhr

Filmfans kamen in Scharen
Waldohreule Helmut räumt beim Sommerkino ab

Den Pokal für Platz eins gewonnen hat beim Sommerkino Stine Lehmann, die zusammen mit Geschwistern und Freunden die Geschichte von Helmut, der Waldohreule aus der Anhalter Straße, erzählte.
Den Pokal für Platz eins gewonnen hat beim Sommerkino Stine Lehmann, die zusammen mit Geschwistern und Freunden die Geschichte von Helmut, der Waldohreule aus der Anhalter Straße, erzählte. FOTO: Stephanie Kammer
Herzberg. Ein Raubvogel ist der Star des Herzberger Filmfestivals am Plan, bei dem diesmal Natur- und Spaßfilme prämiert wurden. Von Stephanie Kammer

Petrus zeigte Erbarmen und ließ bis auf ein paar Tropfen die kultige Open-Air-Veranstaltung auf Herzbergs heißestem Altstadtpflaster im Trockenen stattfinden. Die Filmfans kamen in Scharen und sahen selbst gemachte Streifen mit Witz, Charme und Botschaft.

Mit viel Schwung wirbelte dort ein Team mit neuen Gesichtern, sodass die Versorgung der Gäste wie am Schnürchen lief. „Wir gehen mit der Zeit. Die Frauenquote unter den Strippenziehern im Hintergrund ist sprungartig angestiegen“, sagt Günter Schulze, Chef-Organisator des Sommerkinos, zufrieden.

Mit dem Sonnenuntergang begann die heiß ersehnte Flimmerstunde. Günter Schulze überraschte die Plan-Zuschauer zuerst mit einem Musikvideo. Die Berliner Band Pabst drehte kürzlich im Herzberger Sommerbad und verpasste dem Sechziger-Jahre-Charme der Anlage durch Überblendungen einen einzigartigen, coolen Look, der dem Publikum ein leises aber unüberhörbares Staunen entlockte. Ein unerwarteter Hingucker außer der Wertung des Filmwettbewerbs.

Insgesamt gingen fünf Filme ins Rennen um den Pokal des Sommerkinos. Frank Pflaume lieferte schöne Bilder von oben mit einer Ballonfahrt über der Stadt als seinen Filmbeitrag ein. „Der Film ist eine Empfehlung von mir an die Herzberger, selbst so sanft und gemütlich in die Lüfte zu steigen“, sagt der Zahntechniker, der mit seiner Familie das Filmfest verfolgte. „Mit dem Ballon in 1400-Meter-Höhe zu fahren, stand schon immer auf meiner Liste der Dinge, die ich im Leben machen möchte. Beim Sommerkino dabei zu sein ebenso“, kokettiert der Familienvater augenzwinkernd.

Nicht anders ging es Stine und Capella Lehmann, die mit einer Witzparade für mehr Spaß in Herzberg sorgen wollten. Sie holten beispielsweise Landrat Christian Heinrich-Jaschinski und Kinderärztin Gerit Meier und weitere Witz-Profis mit Rang und Namen ins Boot.

Auf dem dritten Platz landeten Hermine und Julius Meier mit ihren Klim-Bim-Sketchen. Die Geschwister sind inzwischen erfahrene Filmemacher und besitzen dank ihres schrägen, astreinen Humors eine treue Fangemeinde.

Stefan und Nicole Kaatz porträtierten kurz und knackig und in guter Qualität ihren Urlaubsstart mit Familie. Die Zutaten kennt jedermann, der Kinder hat: Puppe, Pipi-Pause, vergessene Kids und strapazierte Nerven – Spaßgaranten auch beim Sommerkino in Herzberg. Ein verdienter Platz zwei ging an Familie Kaatz aus Mahdel.

Gewonnen hat schließlich Stine Lehmann, die zusammen mit Geschwistern und Freunden die Geschichte von Helmut, der Waldohreule aus der Anhalter Straße, erzählte. Der Raubvogel fiel im Garten von Familie Fellenberg aus dem Nest, wurde aufgezogen und verlor so seine Scheu. Nach dem Auswildern blieb Helmut seiner Menschenfamilie treu, brachte seine Eulenfamilie mit und ließ sich gern filmen. Es entstanden einmalige Nahaufnahmen eines sonst selten sichtbaren Vogels, die in eine appellierende Botschaft für mehr Naturverbundenheit und Umweltschutz eingewoben wurde.

„2019 Jahr planen wir das zehnte Filmfest. Da soll es ein paar Neuerungen und Überraschungen geben“, blickte Günter Schulze nach der Preisverleihung voraus. Am meisten freut sich der Vater der Herzberger Berlinale über die tolle Entwicklung, die die hiesigen Filmemacher hingelegt haben. „Die Qualität der Videos wird immer besser.“