Was sich momentan an der Waldhufe tut, wird von vielen Einwohnern der Stadt Doberlug-Kirchhain mit großem Interesse verfolgt. Vom einstigen Ruf als beliebtes Ausflugslokal waren nach Jahren des Leerstands nur noch die sehr gut besuchten Pfingstfrühschoppen geblieben. Jetzt bekommt die alte Ausflugsstätte mit viel Aufwand neues Leben eingehaucht.

Eigentümerin des Geländes ist seit einigen Jahren Petra Eichstädt. Deren Mann Frank Eichstädt gibt emotionale Beweggründe zu: "Ich verbinde mit diesem Ort viele Kindheitserinnerungen. Noch heute wohnen meine Eltern in der Waldhufenstraße. Und wir haben hier Hochzeit gefeiert." Hatte der Bauunternehmer ursprünglich vor, dort selbst einige Eigenheime zu errichten, wurden die Pläne wieder über den Haufen geworfen. "Die Stadt hat vor einem guten Jahr den Wunsch geäußert, die Waldhufe zu revitalisieren - auch im Hinblick auf die Landesausstellung im nächsten Jahr", erinnert sich Eichstädt, selbst CDU-Stadtverordneter.

Mit dem Finsterwalder Planungsbüro Nestler wurde das Projekt entwickelt, das jetzt eine Pension mit neun Zimmern und 19 Betten samt einer Einliegerwohnung sowie eine Gaststätte mit 40 Plätzen vorsieht. Ein Anbau mit Saal wird 80 Plätze bieten. Auch an einen kleinen Wellnessbereich mit Sauna wird gedacht.

Die Pension wird Petra Eichstädt selbst betreiben. Für die separat zu bewirtschaftende Gaststätte kommt Matthias Rambow, ein Doberlug-Kirchhainer, der viele Jahre fern der Heimat berufliche Erfahrung gesammelt hat, nach Hause zurück.

Insgesamt werden in den Umbau und die Sanierung der Waldhufe 1,1 Millionen Euro investiert. Mit Unterstützung der Stadt wurden dafür erfolgreich Fördermittel aus dem Topf der Integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) beantragt.

Die Abrissfirma SBR Sortier- und Baustoffrecycling GmbH Görlitz hat schon ganze Arbeit geleistet. Verschwunden ist das alte Waldwärterhäuschen. "Momentan läuft die Vergabe für den Rohbau. Der soll schon in der nächsten Woche starten", sagt Frank Eichstädt als Bauherrenvertreter. Anfang des Jahres 2014, so die momentanen Pläne, soll die neue Waldhufe durch Einheimische und Gäste der Stadt nutzbar sein.

Zum Thema:
Erinnerungen eines Kirchhainers aus dem RUNDSCHAU-Archiv vom 25. März 2000: "Die Waldhufengaststätte ist ein beliebtes Lokal zur Einkehr nach einem längeren Spaziergang, wechselte aber oft den Pächter. Die große Wiese daneben war früher ein Sportplatz und wurde von den Fußballern genutzt. Hier stand eine Baracke Unterkunft-, Essen- und Freizeitraum für die örtlichen Ferienspiele. Ich selbst hatte dort zweimal das Vergnügen (1937 und 1938), erlebnisreiche Ferientage zu verbringen."