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Arbeitslosenverband
Vorweihnachtliche Stimmung bei der ASE in Herzberg

Vor gut einer Woche waren die Ehrenamtlichen der ASE eingeladen.
Vor gut einer Woche waren die Ehrenamtlichen der ASE eingeladen. FOTO: Hapich / LR
Herzberg. 146 Kinder kamen zur Kinderweihnachtsfeier und auch die Ehrenamtlichen wurden eingeladen. Die Tafel und die Kleiderkammer bleiben Schwerpunkte auch im kommenden Jahr. Von Birgit Rudow

Der Arbeitslosenverband hat in seiner Serviceeinrichtung in Herzberg auch in diesem Jahr in der Vorweihnachtszeit viel Freude bereitet. Auch wenn die finanziellen Mittel für die Einrichtung begrenzt sind, geben sich Einrichtungsleiterin Dittgard Hapich und ihre Mitarbeiter in der Zeit vor Weihnachten immer besonders viel Mühe.

146 Kinder von Erwerbslosen und aus Flüchtlingsfamilien sind zur Kinderweihnachtsfeier gekommen, die in der Aula der Johannes-Clajus-Schule stattfand. Jedes Kind bekam ein kleines Päckchen. Es gab Süßes und Obst. Nur die Nüsse hätten in diesem Jahr gefehlt, sagt Dittgard Hapich. Diejenigen, die der ASE sonst die Nüsse von ihren Bäumen im Garten spendieren, mussten passen. Es gab einfach keine. Doch auch ohne Nüsse wurde die Feier zu einem Erlebnis. Die Kinder machten eifrig beim Animationsprogramm mit, bei dem ein Wichtel in einem Paket angeliefert wurde, der alles durcheinanderbrachte. Als alles wieder geordnet war, tanzten die Kinder gemeinsam den Wichteltanz mit Leuchtstäben.

Ende der vergangenen Woche hatte der Arbeitslosenverband auch die Ehrenamtlichen der Herzber­ger Einrichtung zu einer Dankeschönveranstaltung eingeladen. 54 Ehrenamtliche halten derzeit die Angebote der Arbeitslosenserviceeinrichtung aufrecht. „Ohne sie geht gar nichts“, sagt die Leiterin. Und so hatte der Weihnachtsmann auch für diese fleißigen Frauen und Männer kleine Pakete unter den Weihnachtsbaum gelegt. Einige Mitglieder wurden für ihre langjährige Mitgliedschaft im Arbeitslosenverband ausgezeichnet. Es wurde gemeinsam gesungen und viel erzählt. „Zur Weihnachtsfeier kommen immer die Mitarbeiter aus allen Außenstellen mal zusammen und können sich austauschen. Bei uns ist Erfahrungsaustausch Goldstaub, der vielen bei ihrer Arbeit hilft“, so Dittgard Hapich.

Bei der ASE muss aufgrund der geringen finanziellen Mittel oft improvisiert werden. Umso mehr freuen sich die Verantwortlichen über Spenden, und das gerade zur Weihnachtszeit. So haben die Kreisverwaltung und die Sparkasse die Kinderweihnachtsfeier unterstützt. Am Donnerstag hat Thomas Münch, Chef der Uebigauer Firma Efen, Dittgard Hapich eine Spende in Höhe von 2000 Euro überreicht. „Die Firma unterstützt uns jedes Jahr. Das Geld wird diesmal der Tafel zu Gute kommen. Wir haben drei Fahrzeuge, die brauchen neue Reifen“, sagt die Einrichtungsleiterin.

Auch die enviaM belohnt in der Adventszeit mit Weihnachtsspenden  soziale Einrichtungen und Vereine für ihr gemeinnütziges Engagement. Die Herzberger Arbeitslosenservice-Einrichtung bekam 750 Euro für die Schönewalder Tafel. Auch sie werden wohl in die Fahrzeugtechnik, speziell das Kühlfahrzeug, investiert.

Etwa 3000 Personen versorgt die Herzberger Tafel mit ihren Außenstellen in Schönewalde, Schlieben, Uebigau-Wahrenbrück und Falkenberg durchschnittlich im Monat, so Dittgard Hapich. dabei sei auffällig, dass immer mehr ältere Menschen zur Tafel kämen, sagt sie. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit hätten ihr einige berichtet, wie gering ihre Rente sei und dass sie damit nicht auskämen. „Da sind auch schon mal Tränen geflossen, weil manche Ältere kein Geld haben, ihren Enkeln etwas zu Weihnachten zu schenken. Viele haben auch Ängste davor, was ihnen das neue Jahr bringen wird“, so Hapich.

Was die ASE auf jeden Fall auch im kommenden Jahr gut gebrauchen kann, sind Spenden für die Kleiderkammer. „Wichtig ist jetzt erst einmal warme Kleidung für Kinder, aber auch für Erwachsene“, sagt sie. Immer benötigt werden auch Fahrräder. „Die werden aber nur sehr selten abgegeben. Wir sind nun mal ein ländlicher Bereich, wo viele ihre Räder selber brauchen. Wir sind froh, dass wir für die kinderreiche Familie in Beiersdorf jetzt drei Räder vom Arbeitslosenverband aus Strausberg bekommen haben“, berichtet die ASE-Chefin.

Für das neue Jahr wünscht sie sich für die Einrichtung an erster Stelle viel Gesundheit für die ehrenamtlichen Mitarbeiter und dass diese weiterhin fest zur ASE stehen. Schwerpunkt werden auch 2018 die Tafel und die Kleiderkammer sein. Aber auch die Schreibstube, wo die Mitarbeiter  zum Beispiel beim Ausfüllen von Anträgen helfen, das Internet-Büro, die Flüchtlingsbegleitung oder die monatlichen Informationsveranstaltungen. „Das Wichtigste aber ist, dass wir für die Bedürftigen eine Anlaufstelle sind, wo sie reden können und wo sie jemanden finden, der ihnen zuhört“, so Dittgard Hapich.