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Vor dem Tag des Wassers
Zwei relativ stabile Posten

Herzberg/Uebigau. Trinkwasser- und Abwassermengen im HWAZ-Verbandsgebiet nahezu konstant. Von Sylvia Kunze

Wenn sich am Donnerstag vielerorts alles um das Wasser dreht, schließlich wird der Weltwassertag 2018 begangen, will auch der Herzberger Wasser- und Abwasserzweckverband (HWAZ) in dieser Hinsicht nicht untätig bleiben und lädt zu einer Veranstaltung nach Uebigau ein. Jedes Jahr in der Lokalität wechselnd sichert diese Einladung der interessierten Öffentlichkeit einen abwechslungsreichen Blick in die Arbeit des Verbandes.

„Naturbasierte Lösungen für das Wasser“ lautet das Motto des diesjährigen Weltwassertages. Das Thema hat eine enorme Brisanz. Die Veranstaltungen rund um den Weltwassertag und der Weltwasserbericht werden sich deshalb mit den Themen Abwasser und Abwassernutzung beschäftigen. Die Einladung zur zweitgrößten Kläranlage im HWAZ-Verbandsgebiet kommt daher nicht von ungefähr.

Die seit 1995 in Betrieb befindliche Anlage klärt eine durchschnittliche Abwassermenge von 950 Kubikmetern pro Tag. Die Abwässer werden aus elf Orten der Umgebung zugeleitet. „Mit nahezu konstanter Menge. Wie übrigens im gesamten Verbandsgebiet“, weiß Hendrik Süßmilch, technischer Leiter beim Herzberger Wasser- und Abwasserzweckverband.

Er kann in der Uebigauer Kläranlage eine gute Bilanz ziehen. Enorme Fremdwassermengen, die in den Vorjahren insbesondere bei Unwetterereignissen massiv Richtung Kläranlage strömten und den Klärprozess enorm behinderten, sind deutlich rückläufig. Nicht, weil es etwa weniger regne oder Starkregen seltener vorkomme, sondern weil sich die Sanierungsmaßnahmen an alten Rohrleitungen auszahlen würden und damit letztlich die Kläranlage kontinuierlicher arbeiten könne.

Auch in der Anlage selbst sind nach so vielen Jahren Betrieb Sanierungsmaßnahmen nötig. „Alles läuft gut nach Plan“, versichert Süßmilch. „In diesem Jahr sollen zum Beispiel die Belüftungsgitterstränge umgebaut werden, ein Rührwerk im Belebungsbecken ausgetauscht und Schaltschränke erneuert werden. Mehr als 100 000 Euro sind dafür eingeplant.“

Auch in den anderen Kläranlagen sowie in die Abwassernetze werde systematisch investiert. Insgesamt plant der HWAZ in diesem Jahr Investitionen im Abwasserbereich in Höhe von 708 900 Euro und im Trinkwasserbereich von 787 400 Euro.

5140 Kubikmeter Trinkwasser könnten im Verbandsgebiet maximal pro Stunde in den Wasserwerken in Herzberg, Falkenberg, Stolzenhain und Proßmarke aufbereitet und dem Endverbraucher zur Verfügung gestellt werden. „Die Abnahme ist ebenfalls relativ stabil“, bilanziert Süßmilch auch für diesen Betriebsbereich, der rund 24 000 Einwohner versorgt. Im Vorjahr gingen 198 000 Kubikmeter Wasser aus dem Werk in Stolzenhain raus, 43 000 aus dem in Proßmarke, 663 000 aus dem in Herzberg und 283 000 aus dem in Falkenberg.

Um Netzverluste vom Wasserwerk bis zum Abnehmer, die derzeit bei rund 10 Prozent und damit schon in einem guten Rahmen liegen, zu vermeiden, stehe die schnelle und regelmäßige Instandhaltung an oberster Stelle. Glücklicherweise spielt das Winterwetter bislang mit. Rohrplatzer, die nach langem Frost an der Tagesordnung sind, bleiben weitgehend aus. Und wenn es dann doch passiert, geht es um schnelles Aufspüren der Schadstelle.