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| 20:45 Uhr

Alle Hände voll zu tun
Von „Friederike“ bis Lieberose – Herzberger Wehr im Dauereinsatz

 Der Brand von etwa 0,6 Hektar Wald zwischen Mahdel und Frauenhorst am 2. Mai war einer der ersten Waldbrände für die Herzberger Kameraden im vergangenen Jahr. Zahlreiche weitere sollten noch folgen.
Der Brand von etwa 0,6 Hektar Wald zwischen Mahdel und Frauenhorst am 2. Mai war einer der ersten Waldbrände für die Herzberger Kameraden im vergangenen Jahr. Zahlreiche weitere sollten noch folgen. FOTO: Dieter Müller
Herzberg. 157 Einsätze haben die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Herzberg 2018 absolviert. Vor allem die Waldbrände verlangten ihnen alles ab. Von Birgit Rudow

182 aktive Kameradinnen und Kameraden zählt die Herzberger Stadtwehr einschließlich der Wehren in den Ortsteilen. Und in Anbetracht der Tatsache, dass im Saal des Bürgerzentrums am Freitagabend noch ein Tisch und Stühle zusätzlich herangeholt wurden, darf man davon ausgehen, dass fast alle von ihnen zur Jahreshauptversammlung gekommen waren.

Es war auch ein ganz besonderes Jahr, auf das die Feuerwehrleute an diesem Abend noch einmal zurückblickten. Bürgermeister Karsten Eule-Prütz drückte es auf seine Weise mit der Frage aus: „Wie kann ich so vielen total Verrückten nur danken?“ Denn ein bisschen verrückt war es für einen Außenstehenden schon, was die Feuerwehren in diesem Jahrhundertsommer mit seinen verheerenden Bränden geleistet haben. Für die Kameraden selbst allerdings war es eher selbstverständlich, alle Kräfte zu mobilisieren. Egal, wann er angerufen habe, auch mitten in der Nacht, von den Herzbergern habe er nie gehört „Es geht nicht.“, hob Kreisbrandmeister Steffen Ludewig am Freitagabend hervor.

3370 Stunden haben sie im vergangenen Jahr bei 157 Einsätzen absolviert. Nicht eingerechnet die Ausbildung und die Schulungen. Dafür kamen allein für die Herzberger Ortswehr nochmal etwa 7000 Stunden drauf, resümierte der Stadtbrandmeister. Sein Stellvertreter Dirk Laurig ließ eine Auswahl der Einsätze im Bild noch einmal Revue passieren. Den Auftakt machte auf den Tag genau vor einem Jahr am 18. Januar eine stürmische Dame namens „Friederike“. 46 fast zeitgleiche Hilferufe bescherte der Orkan der Herzberger Feuerwehr. Zum ersten Waldbrand des Jahres wurde sie am 24. April nach Gräfendorf gerufen. Zum Tierparkfest brannte es (wahrscheinlich nicht von selbst) bei Mahdel und Redlin. Im Hochsommer ging es dann Schlag auf Schlag. Am 3. Juli wurden die Kameraden sogar zu einem großen Waldbrand nach Sachsen-Anhalt an die A 9 bei Cosig beordert. Sie löschten in der Lieberoser Heide (6. Juli), beim Reifenlagerbrand in Senftenberg (28. Juli), beim Brand in einem Recyclingunternehmen in Schönewalde (4. und 5. August), in der Annaburger Heide (10. August), beim Brand eines Vierseitenhofes in Kolochau (13. August) und bei dem „Waldbrand der Superlative“ bei Treuenbrietzen am 23. August. Dazu kamen viele kleinere Wald- und Bodenbrände im Herzberger Stadtgebiet und in den umliegenden Orten. Alle Redner der Versammlung hoben die gute Zusammenarbeit der Wehren aus Herzberg, Schlieben, Schönewalde und Falkenberg ausdrücklich hervor.

107 der 157 Einsätze der Herzberger Feuerwehr im vergangenen Jahr betrafen technische Hilfeleistungen, also auch Verkehrsunfälle. Tragischer Höhepunkt war Ende Mai ein tödlicher Unfall auf der B 101 bei Bernsdorf.

 Bis fast auf den letzten Platz gefüllt war das Herzberger Bürgerzentrum zur Jahreshauptversammlung der freiwilligen Feuerwehr.
Bis fast auf den letzten Platz gefüllt war das Herzberger Bürgerzentrum zur Jahreshauptversammlung der freiwilligen Feuerwehr. FOTO: LR / Rudow

Mehr als einmal richteten die Redner am Freitagabend herzliche Dankesworte an alle Kameradinnen und Kameraden und auch an deren Familien. Als „Stütze der Stadt an vielen Stellen“, die er nach seinen Möglichkeiten unterstützen werde, bezeichnete der Bürgermeister die Feuerwehr. Stadtbrandmeister Ralf Becker richtete seinen Dank auch an die Firmen, die die Kameraden zu den Einsätzen freistellen. Doch nicht nur eine hohe Anerkennung für die Arbeit der Feuerwehrleute bestimmte die Jahreshauptversammlung, sondern angesichts der vielen Gefahrenlagen auch immer wieder der Wunsch: „Kommt stets alle gesund wieder nach Hause!“