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| 02:41 Uhr

Vom Scheibenstecker zum Meister

Der 15-jährige Herzberger Chris Mahlo trat in der Gruppe "Teens und Junioren" im Bankdrücken an und meisterte nach nur einem halben Jahr Training 82,5 Kilogramm.
Der 15-jährige Herzberger Chris Mahlo trat in der Gruppe "Teens und Junioren" im Bankdrücken an und meisterte nach nur einem halben Jahr Training 82,5 Kilogramm. FOTO: Serena Nittmann/sni1
Herzberg. Drei Tage lang standen die Kraftsportler im Mittelpunkt des Geschehens in Herzberg. Am Wochenende fanden hier die Deutschen Meisterschaften im Powerlifting, Kreuzheben und Bankdrücken statt. Eine sportliche und zugleich spannende Veranstaltung, die mit Titeln nicht geizte und die Gäste aus dem Ausland sowie auch viele Zuschauer anzog. Serena Nittmann / sni1 sni1

Den Herzbergern scheinen die Kraftsportler am Herzen zu liegen, denn die nunmehr vierte große Veranstaltung dieser Art wurde in der Elsterlandhalle ausgetragen. Bürgermeister Michael Oecknigk (CDU) unterstrich zur Eröffnung am Freitag, dass die Deutsche Meisterschaft nicht nur der sportliche Höhepunkt 2015 in Herzberg ist, sondern dass es auch eine Freude ist, sie auszurichten.

Reno Karkuschke, Präsident des UPC Deutschland (United Powerlifting Congress) brachte es auf den Punkt, warum man sich wieder für die Stadt als Austragungsort entschieden hat: "Wir fühlen uns hier wie unter Freunden, die herzliche Aufnahme ist einzigartig und alles ist sehr familiär." Er verdeutlichte auch, dass man mit 260 Startern zur Deutschen Meisterschaft das obere Limit erreicht habe. "Wir haben uns aber bewusst gegen eine Trennung der Altersklassen entschieden, und so gehen Jugendliche und Erwachsene in einer Veranstaltung an den Start. Als Jüngste tritt Doreen Tesmer (13) an. Aber auch die 79-jährige Hella Schuster beweist sich im Bankdrücken. Damit haben wir hier drei Generationen vereint", so der Präsident. Stolz ist er darauf, dass Kraftsportler aus 15 Bundesländern vor Ort waren. So jubelte beispielsweise Helmut Scheide vom SV Einheit Genthin über seine 200 Kilo beim Bankdrücken. Trainer Lutz Dürre schwärmte, dass es hier in Herzberg "einfach nur geil sei".

Gerrit Scheel aus Flensburg und Gorden Pflaumer aus Berlin lobten die familiäre Atmosphäre. Und Robert Bürger sprach aus, was viele Kraftsportler ebenfalls unterschreiben würden: "Wir kommen gern nach Herzberg. Hier gibt es einen richtig großen Vorbereitungsbereich zum Aufwärmen und die Stimmung ist hervorragend."

Aus der Gastgeberstadt trat natürlich "Urgestein" Frank Kutzsch an, der sowohl im Bankdrücken als auch im Kreuzheben neue deutsche Rekorde aufstellte. Er ist sich sicher, dass solch ein Event nur in Verbindung mit der Stadt zu stemmen ist. Das Interesse für diese Randsportart bringt Herzberg seiner Meinung nach eine immer größere Resonanz. "Es ist der Ehrgeiz wie bei vielen anderen Sportlern, immer ans Limit zu gehen", meinte Jan Sylvester, Wahl-Herzberger seit 2008. Am Freitag konnte auch er jubeln, denn in seiner Alters- und Gewichtsklasse darf er sich nun Deutscher Meister nennen. Damit ist er nicht nur ein kräftiger Scheibenstecker, so nennt man die Helfer beim Bankdrücken, sondern hält einen begehrten Titel in Händen. Als Jüngster war Chris Mahlo (15) mit dabei, der sich nach einem halben Jahr Training über seine Fortschritte freute.

Aber auch Gäste aus Tschechien gefiel es in der Elster-Stadt. Sie traten im Dreikampf und Bankdrücken zwar außer Konkurrenz an, nutzten dies aber als Prüfung für ihre eigene Meisterschaft im Mai. "Die Freundschaft zu Frank Kutzsch haben wir genutzt, um hier zu sein. Und außerdem schwärmen so viele Kraftsportler von Herzberg", sagte Karel Kildovsky.

Zum Thema:
Der Herzberger Frank Kutzsch holte die Kraftsportler 2008 zum ersten Mal zur Deutschen Meisterschaft im Powerlifting, Bankdrücken und Kreuzheben nach Herzberg. 2009 folgte die Europameisterschaft und 2012 sogar die Weltmeisterschaft im Kraftdreikampf und Bankdrücken. Aus der Gastgeberstadt traten Marlies Götze, Frank Kutzsch, Jan Sylvester, Thomas Lenke, Christopher Röper und Chris Mahlo an.DJ Jens Mahlo legte während der drei Tage in der Elsterlandhalle den Sportlern auch deren Wunschmusik auf, zumeist Rammstein, Metallica und AC-DC. Frank Kutzsch hingegen bevorzugt beim Wettkampf Mittelaltermusik.