ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:06 Uhr

Volksfest an der Lößfurth

Zur Staffelstabübergabe fanden sich Judith Sehmisch, Herold Quick, Margit Ponikau, Jochen Pulver und Axel Süptitz (v.l.) zusammen.
Zur Staffelstabübergabe fanden sich Judith Sehmisch, Herold Quick, Margit Ponikau, Jochen Pulver und Axel Süptitz (v.l.) zusammen. FOTO: sn
Löhsten.. Mitten im Wald ziert eine kleine Postsäule eine Wegkreuzung. Früher war es eine stark befahrene Straße, die von Händlern in Richtung Leipzig genutzt wurde. Heute ist es zum Himmelfahrtstag fast ein Wallfahrtsort. Denn die vier umliegenden Dörfer Löhsten, Rehfeld, Beyern und Döbrichau sorgen jährlich dafür, dass an diesem Tag dort gefeiert wird. Von Serena Nittmann

2005 hatten die Rehfelder den Hut auf. Wirtin Marita Bönisch und der Dorfclub boten ab 10 Uhr ausreichend Getränke, Eis, Schwein am Spieß und Essen aus der Gulaschkanone. Für die Jüngsten wurde ein Kinderland eingerichtet. Und der ortseigene Posaunenchor unter Leitung von Pfarrer Martin Miech - auch Falkenbergs Bürgermeister Herold Quick spielte mit - gab den Auftakt. Passend zu Christi Himmelfahrt hatte er auch ein paar Worte parat. Kaum zu glauben, aber kurz nach 10 Uhr hatten sich im Wald bereits mehr als 400 Gäste versammelt, und mit jeder Minute wurden es mehr. Längst nicht nur Herren: Viele kamen in Familie angeradelt. Der Löhstener Bernhard Richter sorgte dafür, dass alle Neulinge ein wenig von der Entwicklung dieser Kreuzung erfuhren: "August der Starke erließ am 7. September 1724 ein Eilmandat, dass an stark befahrenen Straßen Postsäulen aufzustellen si nd. Und die hier an der Lößfurth gehörte dazu." Es kann nachgewiesen werden, dass es noch die Originalsäule ist, deren Sockel ein Stück der Sandsteinbrücke Torgaus sein muss.
Nach der Wende fand Regina Richter die umgefahrene Postsäule mitten im Wald. Man entschloss sich, sie wieder aufzuarbeiten. Steinmetz Dieter Starke übernahm die Arbeit. 1998 wurde sie zu Himmelfahrt von den vier Bürgermeistern der umliegenden Dörfer und 20 weiteren Gästen eingeweiht. "Fortan trafen wir uns hier", lobte Bernhard Richter diese Aktion und richtete sein Augenmerk auch auf die Veränderungen vor Ort. Neu aufgestellt sind Sitzgruppen und Aufsteller mit Hinweisschildern. Im Beisein aller vier Bürgermeister oder Ortsvertreter übergab Axel Süptitz dann den Staffelstab an Margit Ponikau. Im nächsten Jahr ist ihre Gemeinde Beyern Ausrichter. Ihr Ziel ist es, nicht nur zu feiern, sondern auch die Geschichte wieder aufleben zu lassen.