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| 12:18 Uhr

Besonderes Musikerlebnis
Vier Mundharmonikas überraschen

Die vier Mundharmonikaspieler von "Sväng" haben mit ihrer virtuosen Spielweise die Konzertbesucher in Herzberg begeistert.
Die vier Mundharmonikaspieler von "Sväng" haben mit ihrer virtuosen Spielweise die Konzertbesucher in Herzberg begeistert. FOTO: Sylvia Kunze
Herzberg. Das finnische Quartett „Sväng“ hat beim Brandenburgischen Sommerkonzert in Herzberg sein Publikum begeistert. Mehr als 500 Gäste waren dabei. Von Sylvia Kunze

So bunt und quirlig hat die Stadt an einem Samstagnachmittag schon einige Zeit nicht mehr ausgesehen. Kein Wunder, schließlich sind mittlerweile mehr als 500 Besucher des Brandenburgischen Sommerkonzerts eingetroffen und vertreiben sich die Zeit bis zum Beginn der musikalischen Reise. Nur wenige Einheimische wird man später in den Bankreihen der Marienkirche sitzen sehen. Der Rest sind in der Mehrzahl Besucher aus dem Berliner Raum —  entweder selbst angereist oder in einem der beiden großen Reisebusse in den Südwesten des Landes befördert. Allesamt neugierig. Nicht nur auf das musikalische Erlebnis. Sondern auch auf die Gastgeberstadt.

Und so schlendert man durch die Straßen und erkundet auf eigene Faust, was sich hier so bietet. Oder man nutzt das Rahmenprogramm. Das sieht eine Stadtführung vor, die aufgrund des großen Interesses gleich zweimal angeboten wird. Und es lädt zu zwei Bustouren nach Schlieben auf den Weinberg ein. Auch die sind rappelvoll.

Zum Rahmenprogramm gehörten zwei Stadtrundgänge. Die führten auch in den Botanischen Garten.
Zum Rahmenprogramm gehörten zwei Stadtrundgänge. Die führten auch in den Botanischen Garten. FOTO: Dieter Müller

Auf dem Markt füllen sich die Plätze im Café Bubner und in der gegenüberliegenden Pizzeria. Gleich neben der Kirche ist der Kuchenstand der evangelischen Kirchengemeinde dicht umlagert.  Der selbstgebackene Kuchen kommt bei den Besuchern an. Das hat noch was von der Beschaulichkeit der Anfangsjahre der Brandenburgischen Sommerkonzerte. „Da ging es familiärer zu. Inzwischen wird das Angebot sehr kommerziell“, schätzt Horst Basanowski ein. Der Berliner ist Stammgast bei den Konzerten.

Viele der Gäste nahmen gern an der kleinen Kaffeetafel am Rande der Kirche Platz.
Viele der Gäste nahmen gern an der kleinen Kaffeetafel am Rande der Kirche Platz. FOTO: Dieter Müller

Ihn und viele andere hat es wegen des besonderen musikalischen Angebotes nach Herzberg getrieben. Mundharmonikamusik von einem Quartett aus Finnland. Das ist schon außergewöhnlich. Was wird man da erwarten können? Vorstellungen davon haben nur die Wenigsten. Was sie dann zu hören bekommen überrascht. „Sväng“ begeistert sein Publikum von den ersten Takten an. Die Folklore der Balkanländer, die im ersten Lied erklingt, passt zu dem schönen, beschwingten Nachmittag und macht Lust auf mehr.

Die vier finnischen Musiker ziehen sozusagen alle Register. Ob Tango, Walzer, Klassik oder Träumerei – virtuos setzt das Quartett die verschiedenen Themen um. „Es ist super“, schwärmt Barbara Lutz. Die gehört zu den vielen Besuchern, die allein wegen des seltenen musikalischen Angebots nach Herzberg gekommen sind.

„Wunderbar“, lobt auch Anke Kriebel, die sich die einführenden Worte mit dem Tipp von der Herzberger Gemeindekirchenratsvorsitzenden Renate Lieback zu Herzen genommen hat und zwischendurch immer mal wieder den Blick an die Decke des Gotteshauses schweifen lässt, die musizierenden Engel betrachtet und „so die Musik gleich noch himmlischer klingt“, wie die Herzbergerin versprochen hat.  Aber ihr Hinweis allein ist es nicht, der den Blick von Anke Kriebel nach oben lenkt. „Ich war im vorigen Jahr schon einmal hier in der Kirche“, berichtet die Berlinerin, „und habe da bereits die wunderschönen Deckenmalereien entdeckt. Auch deshalb bin ich erneut hierhergekommen“, verrät sie und ist auf der Suche nach Informationen zu den Malereien.

Renate Lieback schließt extra die Touristinformation auf, um der Besucherin eine Broschüre mit Erklärungen zur Kirche zu zeigen. Schon drängen weitere Interessierte hinein. Doch eigentlich ist ja geschlossen. Sie müssen unverrichteter Dinge wieder gehen. Einige können sich beim Rausgehen schnell noch ein paar Flyer schnappen. Schade, so haben es die Stadt und die Region verpasst, bei so vielen Gästen in der Stadt ausreichend Werbung in eigener Sache zu machen.

Dafür ist Sommerkonzerte-Geschäftsführer Arno Reckers mit Blick auf die Zukunft unterwegs. Er kommt gerade von einer Stippvisite in der Buckauer Kirche und ist begeistert. „Auch die Kirche in Buckau ist sehr schön, allerdings sehr klein. Aber für ein Dorfkirchenkarussel genau das, was wir suchen“, denkt er laut nach und setzt hinzu: „Ich bin immer auf der Suche nach neuen Spielorten.“ Wer weiß, vielleicht ist also demnächst auch ­Buckau mal mit im Plan der Brandenburgischen Sommerkonzerte.

Die gastieren in diesem Jahr noch zweimal in der Region: am 4. August in Stechau mit einem Open air im Schlosspark (ab 20 Uhr werden dort Carl Orffs „Carmina Burana“ und Maurice Ravels „Bolero“ gespielt) und am 26. August mit dem Stimmenzauber im Fichtwald von „Niniwe“ in Schlieben (ab 17 Uhr in der Kirche). Natürlich beide Male auch wieder mit einem ansprechendem Rahmenprogramm.