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15 Jahre Kreisarchiv Elbe-Elster
Viele Unterlagen aus DDR-Zeiten

Herzberg. Meldekarteien, Facharbeiterzeugnisse oder Betriebsakten sind vorhanden. Von Birgit Rudow

Die DDR-Zeit nimmt im Bestand des Kreisarchives Elbe-Elster einen bedeutenden Raum ein. Im Februar 1951 wurden Städte und Landkreise in der DDR dazu verpflichtet, Archive zu errichten. In den Altkreisen des Elbe-Elster-Kreises wurden die Archive 1952 gebildet.

So befinden sich im Kreisarchiv noch die Meldekarteien aus DDR-Zeiten von 1952 bis 1991. Die Herzberger Kartei ist aber unvollständig. Es fehlen die Verzugs- und die Sterbekartei. Die Meldekarteien werden heute noch oft genutzt, versichern die Archivarinnen. Zum Beispiel von Einwohnermeldeämtern, Amtsgerichten oder Ämtern, die Grundstückseigentümer suchen. Auch für die Klärung zum Verbleib von Personen oder für Klassentreffen gibt es immer wieder Anfragen.

Aufbewahrt werden auch die Unterlagen der ehemaligen Räte der Kreise. Dazu gehören Ratsunterlagen, Ausreiseanträge, Unterlagen zur Bodenreform oder auch Akten der Jugendämter. Kerstin Großpietsch und Jane Becker sehen diese Akten ein, kopieren sie mitunter für den Schriftverkehr. „Da liest man auch Geschichten, die einem sehr nahe gehen, wo einem schon mal die Tränen kommen“, erzählt Kerstin Großpietsch. Wenn die Archivarinnen ihren Arbeitsplatz verlassen, müssen sie alles vergessen. Selbstverständlich unterliegen sie in solchen Fällen der Schweigepflicht.

Aufbewahrt werden auch Facharbeiterzeugnisse aus DDR-Zeiten für Betriebe im Kreisgebiet, die ausgebildet haben. Die damaligen Abteilungen Volksbildung haben Kopien an die Archive gegeben. Obwohl die Aufbewahrungsfrist für die Zeugnisse längst abgelaufen ist, werden sie noch nicht entsorgt, weil es immer noch Nachfragen gibt. Das trifft ebenfalls auf Patientenunterlagen aus Polikliniken und staatlichen Arztpraxen zu, auch wenn hier die Nachfragen langsam nachlassen, so Kerstin Großpietsch.

Vorhanden sind ebenfalls Akten aus Betrieben, die nach der Wende von der Treuhand aufgelöst wurden. Das sind vorrangig Bilanz-, Bau- und Personalakten. Gehaltsunterlagen sind allerdings nicht mehr da. Sie wurden zum 31. Dezember 2011 vernichtet.

Auch die Gemeinden mussten zu DDR-Zeiten ihre Unterlagen in die Archive bringen. Manche haben davon mehr, manche weniger Gebrauch gemacht. Alles ist im Kreisarchiv in Listen erfasst. Die Gemeindeakten bilden heute vor allem für Ortschronisten und Heimatforscher einen großen Fundus.