Auf Einladung der Oberschule II (ehemalige Realschule) waren die 18 Mädchen und Jungen sowie drei Lehrerinnen 14 Tage nach Deutschland gekommen, um die seit drei Jahren bestehende Schulpartnerschaft zu beleben.
Viel zu schnell vergingen nach Meinung der Jugendlichen diese zwei Wochen. Aber das vorbereitete Programm hatte viele Möglichkeiten geboten, sich persönlich zu begegnen sowie Land und Leute kennen zu lernen. Ausflüge führten nach Potsdam, Leipzig, Dresden, Berlin und in die Braunkohlelandschaft. Danach wurde in der Schule gemeinsam eine zweisprachige Dokumentation vom Besuch des Tagebaus, der Brikettfabrik Welzow und der Förderbrücke F60 angefertigt. Prospektmaterial und viele Fotos fanden darauf Platz.
„Ob wir unterwegs waren oder zu Hause, die Verständigung funktionierte in einer Mischung aus Deutsch, Englisch und Russisch bestens“ , bestätigte Michael Kneese aus Stolzenhain, der Semen Akishin zu Gast hatte. Bastian Matzke meinte: „Die Kommunikation hat echt Spaß gemacht, wir haben uns Gegenstände gezeigt und gegenseitig die Wörter dazu abgefragt.“ Lisa-Marie Laurig aus Osteroda schmunzelte: „Manchmal haben wir uns quasi mit Händen und Füßen unterhalten.“
Zum gemeinsamen Schulbesuch gehörte auch die Beteiligung an der Mathematikolympiade oder an Sportveranstaltungen sowie eine Wanderung nach Arnsnesta. Bei der Abschlussveranstaltung hatten die sibirischen Schüler viel Spaß, als sie den „Annemarie-Tanz“ lernten.
Nicht nur für die Mädchen und Jungen war dieser Austausch eine besondere Erfahrung. Kathrin Weber, Mutter eines Schülers, erzählte, dass sie ihren sibirischen Gast ganz in die Familie mit einbezogen hatten und er sich wohl gefühlt habe. Sylvia Auch verriet, dass ihrem Gastkind besonders die Currywurst geschmeckt habe. Gabi Thiere aus Naundorf gab zu verstehen, dass der Austausch auch für sie als Mutter ein Erlebnis war. Sie waren unter anderem alle gemeinsam im Olympiastadion.
Sören Langenickel nutzte kurz vor der Heimreise der russischen Schüler die Gelegenheit, auf seinem T-Shirt alle Unterschriften zu sammeln. Sein Gast Vitaly, dessen Bruder vor zwei Jahren auch schon in Herzberg war, unterzeichnete als Erster. Mutter Birgit Langenickel unter Tränen: „Dieser Austausch ist etwas besonderes. Unsere Kinder konnten Erfahrungen sammeln, haben nun eine ganz andere Einstellung zu Sibirien und den Schülern in Tschita.“
„Es ist schön, dass sich alle so gut verstanden haben, gleiche Interessen fanden und wir so viel gemeinsam erlebten. Damit haben wir unser Ziel erreicht. Ein großer Dank gilt der Schule und den Eltern für die Unterstützung“ , sagte die Lehrerin Lydia Leskowa zum Abschied und sprach auch im Namen ihrer Kolleginnen Jelena Bogdashkina sowie Jelena Solosina.
Ganz bewusst verabschiedeten die vier Herzberger Lehrer Uwe Kuchartz, Inken Wagner, Erzsebet Dietze sowie Ingrid Kasper die sibirische Gruppe mit dem Wort „Auf Wiedersehen“ , denn schon jetzt gibt es Pläne, die Schulpartnerschaft mit einem weiteren Gegenbesuch zu beleben. (sn)