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Viele Storchennester unbesetzt

Radduscher Storchenkamera im 2. Jahr: Ab sofort kann das Brutgeschehen über www.storchennest-raddusch.de live verfolgt werden.
Radduscher Storchenkamera im 2. Jahr: Ab sofort kann das Brutgeschehen über www.storchennest-raddusch.de live verfolgt werden. FOTO: Peter Becker
Fermerswalde. Traurig hat sich in diesen Tagen RUNDSCHAU-Leserin Johanna Schulze aus Fermerswalde am Reportertelefon gemeldet. Der Fermerswalder Storch hat seinen Horst am Fußballplatz des Ortes nicht angenommen. Birgit Rudow

"Mir tut das Tier leid, das immer wieder über den Horst hinweggeflogen ist. Vielleicht ist das Gras, das aus dem Nest wächst, der Grund dafür", sagt sie.

Die RUNDSCHAU hat beim Naturschützer und ehemaligen Storchenbeauftragten Dieter Lehmann vom Naturschutzverein Falkenberg nachgefragt. Die Störche würden die Nester begutachten. Das Gras sei aber sicher nicht der Grund für den Weiterflug, urteilt Lehmann. Er verweist darauf, dass viele Horste in der Region leer stehen würden, weil der Storchenbestand abnehme. "Das kann man schon an den sinkenden Nachwuchszahlen der letzten Jahre sehen." Junge Störche seien mit drei Jahren geschlechtsreif und besetzen Horste in einem Umkreis von 70 Kilometern zu ihrem Geburtsort, allerdings selten dort, wo sie selbst aufgewachsen sind. Frau Schulze macht er wenig Hoffnung, dass in diesem Jahr noch ein Storch den Horst in Fermerswalde besetzt. "Denn in den Horsten, die besetzt sind, brüten die Tiere schon", so Dieter Lehmann.