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| 02:42 Uhr

Viele kleine Schritte führen auch zu besserem Klima

Geoffrey Kanig zeigt das Gebiet, für das das energetische Quartierskonzept erarbeitet wurde. Seit 2013 kümmert sich der Ex-BTU-Student bei der DSK um energetische Konzepte für Kommunen, so für Cottbus, Finsterwalde und Elsterwerda.
Geoffrey Kanig zeigt das Gebiet, für das das energetische Quartierskonzept erarbeitet wurde. Seit 2013 kümmert sich der Ex-BTU-Student bei der DSK um energetische Konzepte für Kommunen, so für Cottbus, Finsterwalde und Elsterwerda. FOTO: gb
Finsterwalde/Elsterwerda. Kleinvieh macht auch Mist, ist ein geflügeltes Wort und trifft auf viele Lebensbereiche zu. Ganz besonders auch, wenn es um die ehrgeizigen Klimaschutzziele der Bundesregierung geht. In Finsterwalde wird gezielt am Erfolg mitgearbeitet. Elsterwerda hat sich angeschlossen. Gabi Böttcher

Energetische Stadtsanierung heißen die Zauberworte, die in vielen kleinen Mosaiksteinen einen nennenswerten Gewinn für mehr Energieeffizienz und damit Klimaschutz bewirken sollen. Das im Dezember 2013 fertiggestellte energetische Quartierskonzept der Sängerstadt ist in die praktische Umsetzungsphase getreten. In dieser Woche gab es im Finsterwalder Rathaus am Markt den elften Beratertag.

Projektbearbeiter Geoffrey Kanig von Finsterwaldes Sanierungsträger Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) blickt auf bisher fast 20 Beratungen zurück. Am 5. Mai war während einer Bürgerversammlung der Startschuss für die gezielte energetische Stadtsanierung erfolgt. Dabei stehen entsprechend der unterschiedlichen Gebäudetypen viele kleinteilige Maßnahmen im Zentrum der Möglichkeiten.

Ziel: 18 Prozent weniger CO{-2}

"Es sind viele kleine Schritte zu gehen, die in der Summe die Energieeffizienz verbessern und mit erneuerbaren Energien zum Klimaschutz beitragen", unterstreicht Geoffrey Kanig. Als realistisches Ziel habe man sich vorgenommen, die CO{-2}-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 18 Prozent zu reduzieren.

"Dabei können wir nicht den großen Ruck hinlegen, der beispielsweise in Großwohnsiedlungen des industriellen Wohnungsbaus möglich ist. In der bautypologisch und nutzungsstrukturell höchst differenzierten Innenstadt Finsterwalde geht es um viele kleine, individuelle Verbesserungen", weiß der Projektbearbeiter. Neuralgischer Punkt ist offenbar, private Hausbesitzer, aber auch Kommunen und Gewerbetreibende mit den vielfältigen Offerten der Unterstützung zu erreichen. Die vorhandenen eigenen Überlegungen zu mehr Energieeffizienz gelte es sinnvoll mit den vorhandenen Fördermöglichkeiten zu verbinden, wirbt der Projektbetreuer.

Und von diesen Fördermöglichkeiten gibt es ein ganzes Füllhorn, das jedoch für den Ungeübten schwerer zu durchforsten ist als ein Dschungel. Genau an dieser Stelle setzt das im Auftrag der Stadt agierende Sanierungsmanagement ein, das potenziellen Interessenten kostenfrei durch den Dschungel hilft. "Wenn ein Eigentümer erst einmal über Sanierungsoptionen informiert werden will oder bereits konkrete Vorstellungen hat, was er in Sachen Energieeffizienz machen möchte, dann sollte er einfach zur kostenfreien Beratung kommen", betont Geoffrey Kanig. Von Angeboten der heimischen Stadtwerke im Falle des Einbaus eines modernen Heizkessels bis zur Förderung über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gebe es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Von einer ersten Beratung und Weichenstellung führt dann der Weg zu Fachplanern und Energieberatern.

Geoffrey Kanig nennt zwei Beispiele, bei denen gerade eine Unterstützung auf den Weg gebracht wird: Die Umrüstung auf LED in einem Gewerbebetrieb in der Max-Schmidt-Straße und der Einbau eines Brennwertkessels in einem Haus am Markt.

Nutzen für Altstadtstruktur

Überzeugt von der Nützlichkeit der energetischen Stadtsanierung, hat sich inzwischen auch Elsterwerda auf den Weg gemacht. Bauamtsleiter Uwe Schaefer: "Das energetische Quartierskonzept für die Innenstadt soll bis 15. Januar fertig sein." Die Zustimmung durch die Stadtverordnetenversammlung vorausgesetzt, soll es dann ab Februar kommenden Jahres umgesetzt werden. "Finsterwalde ist uns einen klaren Schritt voraus", sagt der Bauamtsleiter und benennt einen klaren Vorteil der Sängerstadt. Sie habe mit den Stadtwerken einen ganz starken Partner, während es Elsterwerda mit wesentlich mehr Partnern zu tun habe. Uwe Schaefer verweist auf ein gewichtiges Argument, mit der energetischen Stadtsanierung nicht länger zu warten: "Sie ist ein wesentliches Element für eine dauerhafte Sicherung der kleinteiligen Altstadtstruktur."

Zum Thema:
Zum 1. Juli 2015 hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) die Förderung energetischer Sanierung und den energieeffizienten Neubau erstmals auch auf Nichtwohngebäude ausgedehnt. Ab jetzt können neben Wohngebäuden auch gewerbliche und kommunale Gebäude über die KfW-Förderprogramme energieeffizient saniert und errichtet werden. Ab August 2015 werden die Konditionen der bestehenden Programme für Wohngebäude noch einmal deutlich verbessert. Die KfW stellt unter anderem für die energetische Sanierung von Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern privater Wohneigentumsgemeinschaften bis zu 30 000 Euro pro Wohneinheiten bereit. Für gewerbliche Gebäude sind Tilgungszuschüsse von bis zu 17,5 Prozent möglich. Kontakt: Sanierungsmanagement Finsterwalde - die DSK GmbH & Co. KG berät Eigentümer und Vorhabenträger der Innenstadt dienstags, 13 bis 17 Uhr, im Rathaus am Markt, Raum 3. Bürgerbeteiligung in Elsterwerda: elsterwerda-innenstadt.de