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| 01:04 Uhr

Verzaubert vom Klang der Stimmen

Herzberg.. Ein Klangerlebnis der besonderen Art verzauberte am Samstagabend die Besucher der evangelischen Kirche Herzberg. Im Rahmen einer Europatournee gastierte der Jesus College Choir in der Stadt, welchem ausschließlich Studenten des Jesus College Oxford angehören. Von Sven Gückel

Die Universität kann auf eine Geschichte bis in das Jahr 1571 verweisen und wurde seinerzeit auf ausdrücklichen Wunsch von Queen Elisabeth I gegründet. Heute studieren dort mehr als 400 Studenten.
Der Chor selbst ist einer der größten Oxfords. In ihm können Jugendliche freiwillig und ohne spezielle Aufnahmebedingungen mitwirken. Dennoch, wer seinen Reihen angehört, kann stimmlich auf mehr als nur ein wenig Talent verweisen. Wie berauscht von der Klarheit der Stimmen und der Akustik des Gotteshauses, ließen sich die Zuhörer in die Welt des englischen Kirchenliedes entführen.
Geleitet wird der Jesus College Choir von zwei Orgelstudenten, die speziell dafür ernannt wurden. Hannah C. Seward, eine der Organistinnen und zugleich Chorleiterin, studiert seit 1994 das Spielen auf der Mutter aller Instrumente. In unzähligen englischen Kirchen konnte sie ihr Können bereits unter Beweis stellen. Gleichwohl bleibt die Musik im Moment nur ein Hobby für sie. Denn wie alle Chormitglieder studiert Hannah in Oxford, wobei ihre Schwerpunkte auf Englisch, Deutsch und dem Mittelalter liegen. Ihr Stellvertreter und zugleich zweiter Organist Matthew A.J. Acheson ist Nordire und studiert am College Geschichte. Ebenso wie Hannah spielt er seit vielen Jahren die Orgel, bekam für seine Klavieraufführungen 2001 bereits ein Diplom von der Royal Schools of Music verliehen.
Die Hauptaufgabe des Chores, der gegenwärtig sein Quartier in Leipzig aufgeschlagen hat und von einem Kantor der Messestadt nach Herzberg vermittelt wurde, liegt im Ausfüllen von Gottesdiensten der Universität. Neben dem geistlichen Liedgut hat der Chor für andere Gelegenheiten auch weltliche Texte in sein Repertoire aufgenommen. Weitere Auftritte führten den Klangkörper unter anderem nach Tschechien und Italien.
Glücklich über dieses seltene Konzertereignis zeigte sich auch Pastorin Renate Timm. Jedoch hätten sowohl der Chor als auch die frisch sanierte Kirche weitaus mehr Besucher verdient, als die wenigen, die den Weg in das Gotteshaus fanden.